SAP HANA-Tagebuch

Erste Erfahrungen mit HANA auf Amazon WebServices (AWS)

Martin Bayer
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; mitverantwortlich für die Entwicklung von Themenschwerpunkten; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
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Seit Oktober können Anwender SAPs In-Memory-Datenbank HANA auch auf Basis von Amazon WebServices (AWS) nutzen. Die Berater von Business & Decision testen derzeit die Cloud-Infrastruktur und wollen im Rahmen eines Web-Tagebuchs darüber berichten.
Foto: Amazon

Amazon WebServices (AWS) bietet seit Anfang Oktober die Möglichkeit, SAP HANA-Instanzen zu mieten. SAP liefert dazu ein HANA-Template. Die Kosten einer solchen Testumgebung sind online bestimmbar und abhängig von Größe und Umfang möglicher Pilot- und Testmodelle. Die Datenbank-Ressourcen in der Amazon-Cloud lassen sich auf Stundenbasis nutzen und abrechnen. Die HANA-Software kommt auf 99 US-Cent pro Stunde. Für die AWS-Services fallen stündlich weitere 2,50 US-Dollar an.

SAP hatte HANA im Jahr 2010 offiziell angekündigt und Mitte vergangenen Jahres im Markt eingeführt. Seitdem etabliert sich das System immer stärker als Basis sämtlicher SAP-Softwareprodukte. Auf der Kundenveranstaltung Sapphire hat der Konzern eine neue Kunden-Management-Lösung auf HANA-Basis vorgestellt. Die Business Suite soll im kommenden Jahr auf der In-memeory-Datenbank laufen. Auch für das Software-as-a-Service-Portfolio und die Cloud-ERP-Pakete Business ByDesign (ByD) und Business One bildet HANA die Grundlage.

Damit rückt die In-Memory-Datenbank immer stärker ins Zentrum der SAP-Infrastruktur. Ziel der SAP-Verantwortlichen ist, mit HANA klassische Architekturen aus Datenbank und Data Warehouse abzulösen. Neben analytischen Aufgaben eigne sich die Technik mittlerweile auch dafür, direkt an transaktionale Systeme angeschlossen zu werden.

Für Entwickler bietet SAP eine kostenlose AWS-Lizenz für HANA an. Damit will der Softwarekonzern eine Community und ein Ökosystem um seine Datenbank aufbauen. Das System in der Amazon-Cloud soll in erster Linie Kunden dabei unterstützen, HANA zu testen und erste Anwendungsszenarien auszuprobieren.

Beispielsweise hat sich das IT-Beratungsunternehmen Business & Decision für diese beliebig erweiterbare Umgebung entschieden, um festzustellen, ob AWS zur Pilotierung und Demonstration geeignet ist. Die Berater wollen kundenorientierte Datenmodelle in SAP BI und auf SAP HANA vergleichend darstellen können. Die Ergebnisse will Business & Decision in einem Kundenevent Anfang 2013 präsentieren. Bis dahin können Interessenten in einem "SAP HANA-Tagebuch" auf der Webseite von Business & Decision (www.businessdecision.de) alle Erfahrungen miterleben.

Foto: SAP

Die ersten Eindrücke beurteilt Martin Eckelmann, Business Intelligence Berater bei Business & Decision, vielversprechend: "Das Einrichten der SAP HANA-Instanz verlief schnell und problemlos, da kritische Prozessschritte wie Hardware-Skalierung, Server-Einrichtung und sonstige administrative Arbeiten entfallen und nur das zur Installation entsprechende SAP HANA-Template ausgewählt werden muss." In kurzer Zeit sei die SAP HANA-Instanz erstellt und die Vorbereitung des Backends damit abgeschlossen. "Für den Zugriff auf das SAP HANA-Backend musste nur noch die Clientlösung SAP HanaStudio mit der SAP HANA-Umgebung und dem AWS-Server verbunden werden."

Erste Datenmodelle seien bereits erstellt und mit Massendaten bespielt worden. Die "gefühlte" Performance liege deutlich über der bisheriger SAP BW Systeme, berichten die Experten. Der nächste Schritt werde sein, ein Vergleichs-Datenmodell im SAP BW aufzubauen, um Technik und Projektierung der Systeme vergleichen zu können. Letztlich könne man jetzt schon sagen, dass SAP HANA on Amazon WebServices eine geeignete Lösung sei, um sich erste Eindrücke von Funktion und Technik der künftigen SAP Umgebung zu verschaffen, so das erste Fazit von Business & Decision. (mhr)

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Nicole Berndroth
Wirklich ein guter Beitrag! Danke dafür! pbsolution.de

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