SAP-Software

ERP-Wartung hält Steeb in Atem

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Laut der SAP-Tochter Steeb haben bislang 40 Prozent der Kunden die neue Wartung "SAP Enterprise Support" gewählt. Für die DCW-Kunden wurde die Wartungsfrist verlängert.

Die Krise ging Firmenchef Alexander Arnold zufolge auch an Steeb nicht spurlos vorüber. Speziell das Geschäft mit potenziellen Kunden aus dem Automobilbereich sei schwierig geworden. Andere Industriebetriebe sähen dagegen nun die Gelegenheit gekommen, neue Software und Prozesse zu etablieren. Oftmals handle es sich dabei um eigentümergeführte Firmen, die erkannt hätten, dass ihre bestehende Lösungslandschaft Defizite in Sachen Prozesssteuerung und Transparenz aufweist. Die IT-Infrastruktur - insbesondere in Bezug auf die Bereitstellung von Unternehmenskennzahlen - habe schließlich auch Einfluss auf das Rating und damit auf die Kreditkonditionen bei Banken.

Mit einer Abwrackprämie für ERP-Software will die SAP-Tochter Steeb Kunden dazu überzeugen, sich von Altsystemen zu trennen und auf SAP ERP umzusteigen. Diesen Firmen rechnet der Anbieter 25 Prozent des Kaufpreises für die Bestandssoftware auf den Neuvertrag an. Ende September läuft die aus Sicht von Steeb erfolgreiche Rabattaktion aus. Arnold zufolge könnte es aber ähnliche Angebote auch in Zukunft geben, wobei dies Business-Intelligence-Anwendungen einschließen könnte.

Wenig Begeisterung für SAP Enterprise Support

SAPs neues Wartungsmodell "SAP Enterprise Support" hatte vor allem bei mittelständischen Firmen zu einem Aufschrei der Empörung geführt. Nach Angaben von Arnold haben bislang 40 Prozent der SAP-Kunden von Steeb einen Enterprise-Support-Vertrag abgeschlossen. Der Softwareanbieter hatte als Reaktion auf die Proteste den Anwendern die Wahlmöglichkeit zwischen Enterprise Support und dem bisherigen Standardsupport eingeräumt. Die Gebühren für den Standardsupport (derzeit 17 Prozent) will der Konzern Anfang 2010 entsprechend dem Anstieg des Lohnkostenindex anpassen - die Modalitäten dürften Anfang Oktober vorliegen. Während SAP behauptet, der Enterprise Support spende Nutzen für die Kunden und könne helfen, die ERP-Betriebskosten zu senken, sind viele Anwender noch immer skeptisch. Ein von den Anwendern und dem Hersteller ins Leben gerufenes Kennzahlensystem soll eine Bewertung der Wartung erlauben. Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Erweiterte DCW-Wartung verlängert

Neuigkeiten in Sachen Wartung gibt es dagegen für Nutzer der Applikationen von DCW, die von Steeb betreut werden. Die "erweiterte Pflege" für die Systeme, bisher auf 2011 befristet, wurde auf 2014 ausgedehnt (Details siehe unten). Die erweiterte Wartung folgte auf die bereits ausgelaufene Standardwartung und ist mit höheren Gebühren verbunden. Auf die erweiterte Softwarepflege folgt die kundenspezifische Wartung, für die die Konditionen noch nicht festgelegt wurden.

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SAP hatte den Anbieter DCW im Jahr 2004 gekauft und hoffte darauf, die Nutzer zu einem Umstieg auf SAP-Systeme bewegen zu können. Zwar folgten viele Kunden diesem Ansinnen, doch noch immer gibt es weit über 200 Unternehmen, die ihre Lösungen vorerst behalten wollen. "Was die Firmen wollen ist Ruhe und Zeit, um sich über Alternativen Gedanken zu machen", so Ingo Junker vom DCW-Anwenderkreis in der IBM-Nutzervereinigung COMMON, der die neue Regelung begrüßt.

Details zur DCW-Wartung

War die erweiterte Pflege der DCW-Software bisher auf 2011 beschränkt, so läuft sie nun bis 2014. Für die Jahre 2010 und 2011 zahlen Kunden 14 Prozent Jahresgebühr vom Lizenzpreis. Ab 2012 muss sich der Anwender gemäß seiner Pläne bezüglich der DCW-Nutzung zwischen kurz- und langfristigen Wartungsverträgen entscheiden. Steeb will auf diese Weise besser abschätzen können, wie viele Ressourcen bis 2014 für die noch verbleibenden Softwarenutzer bereitzustellen sind. Die langfristige Variante kostet 16, die kurzfristige 21 Prozent. Die Konditionen für die kundenspezifische Wartung ab 2015 werden ab 2013 vereinbart.