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Erneute Forderung nach Strategiewechsel bei Novell

13.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der herben Kritik an Novell durch die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) meldet sich nun auch ein Aktionär zu Wort. Blum Capital Partners, dessen Anteil an dem Hersteller mehr als fünf Prozent beträgt, zeigt sich in einer Meldung an die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) ebenfalls "zutiefst besorgt" über Novells Kurs und "unzufrieden mit den Ergebnissen". Als Gegenmaßnahmen empfehlen Managing Partner Colin Lind und Partner Greg Jackson eine stärkere Fokussierung auf die Bereiche Linux und Identity-Management sowie den Verkauf von Celerant, Zenworks, Groupwise und Cambridge Technology Partners. Außerdem sehen sie Einsparmöglichkeiten in Höhe von 225 Millionen Dollar in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Sales und Marketing sowie allgemeine Verwaltung. Ergänzend empfehlen sie Novell, Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zurückzukaufen. Mit diesem Paket ließe sich der Gewinn pro Aktie im Jahr 2006 auf 30 Cent steigern. In den darauf folgenden Jahren sei ein Wachstum in Höhe von jeweils 20 Prozent möglich.

Laut Blum steht die jetzt geäußerte, eigene Kritik in keinem Zusammenhang mit dem offenen Brief von CSFB. Man deute diesen "Zufall" jedoch als Beweis dafür, dass der Weg zu Novells Erfolg offensichtlich ist. Auch CSFB hatte eine Refokussierung, Kostensenkungen und den Verkauf von Teilbereichen des Unternehmens gefordert.

Wie aus der Meldung hervorgeht, hatte Blum Capital bereits im Juni Novell-CEO Jack Messmann in einem Brief Maßnahmen vorgeschlagen, um eine "angemessene Profitabilität" und "attraktive Wachstumsraten" zu erreichen. (ave)