Joint Venture

Ericsson und STMicroelectronics wickeln ST-Ericsson ab

18.03.2013
Der schwedische Telekomausrüster Ericsson und der Chiphersteller STMicroelectronics ziehen bei der gemeinsamen Problemtochter ST-Ericsson die Reißleine.
Ericsson-Chef Hans Vestberg
Ericsson-Chef Hans Vestberg
Foto: Ericsson

Das defizitäre Gemeinschaftsunternehmen wird aufgelöst. Nachdem die Muttergesellschaften Ende 2012 erfolglos einen Käufer für das Chip-Joint-Venture ST-Ericsson gesucht hatte, teilen sie die wichtigsten Vermögenswerte auf und wickeln den Rest ab.

Die Schweden übernehmen von ST-Ericsson das Geschäft mit Modems für den neuen Mobilfunkstandard LTE einschließlich etwa 1800 Mitarbeiter, wie das Unternehmen am Montag in Genf mitteilte. Im Gegenzug nimmt ST den verbleibenden Teil der Produktpalette und 950 Mitarbeitern zu sich; die übrigen Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Die Transfers an die Muttergesellschaften soll bis Ende September abgeschlossen werden.

Damit sind Ericsson und ST mit ihrem Gemeinschaftsunternehmen baden gegangen. ST-Ericsson baut Chips für den Mobilfunk und hat seit der Gründung 2009 Verluste in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar angehäuft. Dabei waren die Hoffnungen zum Start groß. Sie wollten als Ausgleich für die schrumpfende Nachfrage der Großkunden Nokia und Sony Ericsson qualitativ hochwertige Prozessoren und Modems für andere Hersteller entwickeln. Doch an Platzhirsche aus Asien und den USA kamen sie nie heran. An der Börse war die Reaktion uneinheitlich. Ericsson-Aktien fielen um 1,64 Prozent, während ST um 2,4 Prozent zulegten.

Ericsson löst damit bereits das zweite Gemeinschaftsunternehmen auf. Ende 2011 hatten sich die Schweden nach zehn Jahren aus dem darbenden Handyhersteller Sony-Ericcson zurückgezogen. Sony nahm den Schweden ihren Anteil für etwa eine Milliarde Euro ab. (dpa/tc)