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Ericsson hilft Napster aufs Handy

15.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Musiktauschbörse Napster hat mit dem schwedischen TK-Ausrüster Ericsson eine umfangreiche Partnerschaft für den Aufbau eines Online-Musikangebots geschlossen. Der Musikdienst soll innerhalb der kommenden zwölf Monate zunächst in Europa starten, teilten die Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Mit ihrem Schulterschluss fordern die beiden Partner vor allem den Marktführer Apple heraus, der sich mit dem US-Handy-Hersteller Motorola zusammengetan hat.

Das Angebot soll den Markennamen Napster tragen und das bisherige Musikangebot der Amerikaner mit Ericssons personalisierbaren Musikdienst kombinieren, der als White-Label-Service schon von mehreren Mobilfunkbetreibern genutzt wird. Die Songs sollen alternativ per Abonnement oder im Einzelverkauf zum Herunterladen auf den PC oder das Handy angeboten werden. Die Abrechnung wird über die Handy-Rechnung erfolgen. Der Dienst soll auf die meisten der heute im Handel erhältlichen Mobiltelefone angepasst werden können und auch schon künftige Breitband-Übertragungen unterstützen. Die Mobilfunkbetreiber sollen an allen Einkunftsarten beteiligt werden.

"Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass Handys das mobile Musik-Gerät der Zukunft sein werden", zitiert das "Wall Street Journal" Napster-Sprecher Adam Howorth. Derzeit führt mit einem Marktanteil von weit über 70 Prozent der Pionier und Computerhersteller Apple mit seinem Online-Musikladen iTunes und dem mobilen Player iPod den Markt an. Für den neuen Trend zum Musik-Handy hat sich Apple inzwischen mit Motorola zusammen getan. Der Softwarehersteller Microsoft, der ebenfalls in das lukrative Geschäft einsteigen will, kooperiert seit diesem Frühjahr mit dem finnischen Handy-Hersteller Nokia. (dpa/mb)