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Ericsson erwägt Rückzug aus Handy-Joint-Venture

30.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen der schlechten Entwicklung beim Handy-Gemeinschaftsunternehmen Sony-Ericsson setzt Ericsson -Chef Kurt Hellstroem seinem Joint-Venture-Partner Sony nun die Pistole auf die Brust. Sollte sich in den nächsten Quartalen kein Markterfolg für die zusammen entwickelten Mobiltelefone einstellen, drohte Hellstroem, werde sich der schwedische Konzern aus dem Joint-Venture zurückziehen. Der CEO des schwedischen TK-Ausrüsters erklärte gegenüber dem "Wallstreet Journal", ohne zählbare Gewinne werde Ericsson kein weiteres Geld in den Verlustbringer investieren.

Obwohl das schwedische Unternehmen selbst finanziell stark angeschlagen ist, plante Ericsson noch vor kurzem, bis Oktober kommenden Jahres rund 500 Millionen Euro in das Joint-venture zu stecken. Nun macht der TK-Ausrüster die Investition von der kurzfristigen Entwicklung bei Sony-Ericsson abhängig. Hoffnungsträger des Joint-Ventures ist das in Kürze erscheinende preisgünstige Multimedia-Handy "T-300" mit Farbdisplay. Analysten bezweifeln jedoch, dass Sony-Ericsson in nächster Zeit Marktanteile hinzugewinnen kann. Nach Untersuchungen von Gartner Dataquest lag das Handy-Gemeinschaftsunternehmen im zweiten Quartal mit 5,4 Prozent Marktanteil auf Platz fünf. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte sich dagegen Ericssons Mobiltelefonsparte allein 7,7 Prozent Marktanteile gesichert. (mb)