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Eric Raymond: Unix gehört nicht SCO

21.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Open Source Initiative (OSI) hat ein detailliertes 24-seitiges Papier veröffentlicht, in dem sie der SCO Group vorwirft, diese stelle in ihrer aktuellen IP-Kampagne (Intellectual Property) die Geschichte von Unix falsch dar und bedrohe den Geist der Linux-Bewegung von Innovation und Unabhängigkeit von Kontrolle durch Regierungen und Firmen.

OSI-President Eric Raymond führt in dem teils scharf formulierten Dokument aus, Unix sei aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen entstanden und SCO könne deswegen nicht mit seinen von AT&T und Novell übernommenen Rechten einen Alleinvertretungsanspruch geltend machen und einklagen. "Wir haben unseren Unix- und Linux-Code als Geschenk und Ausdruck der Kunst geschrieben, damit sich unsere Mitmenschen daran erfreuen können und jedermann ihn sowohl non-profit als auch kommerziell für alle erlaubten Zwecke verwenden kann", schreibt Raymond. "Wir haben ihn nicht geschrieben, damit er vereinnahmt wird."

Raymond forderte die US-Gerichte auf, SCO juristisches Vorgehen abzuschmettern. Entscheidungen im Sinne des Klägers, der unter anderem IBM wegen Verrat von Geschäftsgeheimnissen im März von den Kadi zerrte, würden Nutzer und Unterstützer in der Angst zurücklassen, jederzeit Opfer zuvor nicht reklamierter Urheberrechte werden zu können. Das würde Linux der Fähigkeit berauben, außerhalb kommerzieller Software-Entwicklungsmodelle zu operieren, warnte der renommierte Autor und Verfechter des Gedankens freier Software. SCO hat bislang keine Stellungnahme zu dem OSI-Papier veröffentlicht. (tc)