Business Intelligence - Studie zu Open Source

Entscheider in der Zwickmühle

09.09.2009
Von Christa Manta
Geringere Kosten und eine größere Unabhängigkeit von Anbietern, versprechen sich IT-Entscheider, wenn sie bei Business Intelligence Projekten auf Open Source setzen. Die Kehrseite finden sie immer noch in unreifen Systemen und mangelndem Support. So das Ergebnis einer kürzlich publizierten Studie, die das Consulting- und Marktforschungsunternehmen Third Nature im Auftrag der zwei Open-Source-Anbieter Jaspersoft und Infobright durchgeführt hat.
IT-Entscheider können mit Open-Source-BI Geld sparen und sich von Anbieterzwängen befreien. Doch vielfach sehen sie sich mit unreifen Systemen und mangelndem Support konfrontiert. Bild: Mondputzer für pixelio.de
IT-Entscheider können mit Open-Source-BI Geld sparen und sich von Anbieterzwängen befreien. Doch vielfach sehen sie sich mit unreifen Systemen und mangelndem Support konfrontiert. Bild: Mondputzer für pixelio.de

Mehr als zwei Drittel der rund 200 befragten IT-Entscheider und Berater, nämlich 81 Prozent, gaben als wichtigste Motivation für den Einsatz quelloffener Data-Warehouse- und Business-Intelligence-Systeme an, Kosten sparen zu wollen. 63 Prozent treibt der Wunsch, die Abhängigkeit von einem Anbieter zu mindern. Und mit 53 Prozent schätzen mehr als die Hälfte der Befragten die leichtere Integration und offene Standards beim Einsatz von Open-Source-BI. Im Gegensatz dazu, beklagen sich fast 90 Prozent der Befragten, die sich bisher von Open Source in der BI fernhalten, über die mangelnde Reife der Systeme. 53 Prozent beschweren sich über den Service und die Beratung in diesem Bereich. Und fast die Hälfte aller Befragten, nämlich 47 Prozent, setzt keine quelloffene Software ein, weil sie Schwierigkeiten hat, die richtige Applikation zu finden.

Die Studie zeigt auf, dass die Vorurteile gegenüber Open-Source-BI sich teilweise mit den Erfahrungen derer decken, die sie bereits einsetzen. 39 Prozent bemängeln die dürftige Reife der von ihnen eingesetzten Applikationen und Systme. 19 Prozent der Befragten beschweren sich, nicht genug Service und Beratung für ihre Projekte zu erfahren. Dabei scheint dies jedoch hauptsächlich ein Problem kleinerer Unternehmen zu sein. Die Autoren der Studie vermuten, dass bei größeren Unternehmen eher die entsprechenden Experten im Haus sitzen. Und vor allem mittelgroße Unternehmen - so die Studie - hätten Schwierigkeiten damit, eine für ihre Bedürfnisse geeignete Applikation zu finden.

Die wenigsten kaufen Lizenzen

So sind sie mit 23 Prozent auch diejenigen, die im Vergleich noch am seltensten Open-Source-BI einsetzen. Die vorherrschende Meinung jedoch, die quelloffene Software käme hauptsächlich in kleinen Firmen zum Einsatz, wird durch die Ergebnisse dieser Studie nicht bestätigt. Fast genau so viele große (27 %) wie kleine (32 %) Unternehmen setzen sie für Data-Warehouse- und Business-Intelligence-Systeme ein. Allerdings evaluieren derzeit 39 Prozent der kleinen und nur 30 Prozent der großen Unternehmen die Möglichkeiten für künftige BI-Projekte mit quelloffenem Code. Mehr Open Source scheinen auch mittelständische Unternehmen künftig einsetzen zu wollen; 35 Prozent befinden sich in der Evaluations-Phase.

Wie zu erwarten, sind kleine Unternehmen selten bereit, für Open Source BI zu zahlen. Nur 12 Prozent schließen Support- und Instandhaltungs-Verträge mit den Anbietern ab. Demgegenüber stehen 32 respektive 31 Prozent bei den mittelständischen und großen Unternehmen gegenüber. Nur 15 Prozent aller Befragten haben kommerzielle Lizenzen erworben.