Entlassungen: IBM "balanciert" sein Service-Personal aus

31.05.2007
IBM streicht erneut Stellen in seiner Service-Sparte in den USA. Im Gegenzug werden Jobs in Asien geschaffen.

Der IT-Konzern IBM hat diese Woche knapp 1.600 Stellen gestrichen. Primär betroffen ist die Service-Sparte in den USA. Damit erhöht sich die Zahl der Stellenstreichungen in diesem Quartal auf gut 3.000, seit Beginn des Jahres hat IBM offiziellen Angaben zufolge insgesamt 3.720 Arbeitsplätze abgebaut. Zu Beginn des Jahres beschäftigte Big Blue weltweit 356.000 Mitarbeiter. Aber: Seit Januar hat der Konzern 19.000 neue Mitarbeiter angeheuert.

Die Zahlen belegen, dass der Konzern die zweite Etappe auf dem Weg in die Niedriglohnländer angetreten ist: Zuerst wurde ein Brückenkopf in Indien etabliert, nun folgt schrittweise der Abbau im Heimatmarkt. IBM nennt dies offiziell "rebalancing", das Programm trägt den Namen "Lean". Seine Umsetzung wird vom IBM-Manager Robert Moffat geleitet. IBM zufolge ist in diesem Quartal kein weiterer Stellenabbau geplant. Arbeitnehmervertreter hatten vor Wochen darüber berichtet, dass bis zu 12.000 Jobs auf der Kippe stehen. In den USA und Europa ist es bereits zu Protesten der Mitarbeiter gekommen.

Aufwärts geht es derzeit woanders: Der IBM-Standort in Indien ist von 2003 mit 9.000 Mitarbeitern auf 52.000 Beschäftigte Ende 2006 angewachsen. In China hat der Konzern derzeit über 10.000 Mitarbeiter. Pro Jahr will IBM hier die Personalstärke um mindestens zehn Prozent vergrößern, berichtete der regionale IBM-Statthalter vorige Woche der Nachrichtenagentur "Reuters". Big Blues Dilemma: Obwohl der IBM-Bereich Global Technology Services im jüngsten Berichtszeitraum seinen Umsatz um sieben Prozent verbessern konnte, schrumpfte die operative Marge um 2,5 Prozentpunkte auf knapp acht Prozent. Indische Konkurrenten kommen hier leicht auf über 20 Prozent, die Wachstumsraten der Umsätze liegen bei über 30 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat IBM vor allem ein schwaches Outsourcing-Geschäft in den USA zu schaffen gemacht.

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