Enterprise Architecture treibt SOA

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
SOA-Initiativen brauchen den strategischen Rahmen einer Enterprise Architecture. So lautete eine Kernbotschaft auf den SOA Days der Deutschen Post.

Viele SOA-Projekte werden spektakulär scheitern." Das prognostizierte Anne Thomas Manes vom US-amerikanischen Beratungsunternehmen Burton Group auf der "SOA Days 2006 Technology Conference" in Bonn.

Hier lesen Sie ...

  • warum SOA-Projekte vom Konzept der Enterprise Architecture profitieren können;

  • wie Enterprise-Architekten die Lücke zwischen Business- und IT-Strategie schließen sollen;

  • wie die Deutsche Post aus fachlichen Service Programmcode generiert;

  • warum die SOA-Stacks der Hersteller nicht ausreichen.

Zwischen der Unternehmensstrategie und den technischen Architekturebenen klafft in vielen Unternehmen eine Lücke, erklärt der Kölner IT-Berater Gernot Starke. Das erschwere SOA-Projekte.
Zwischen der Unternehmensstrategie und den technischen Architekturebenen klafft in vielen Unternehmen eine Lücke, erklärt der Kölner IT-Berater Gernot Starke. Das erschwere SOA-Projekte.

Schuld daran seien nicht die Technik, sondern kulturelle und politische Probleme. Nachhaltigen Erfolg bringe nur eine strategische Planung. Nach ihrer Einschätzung gehören dazu eine Enterprise-Perspektive, ein starkes Governance-Programm und eine robuste Runtime-Infrastruktur.

Business und IT entkoppeln

Um das komplexe Vorhaben einer Service-orientierten Architektur in den Griff zu bekommen, sollten sich Unternehmen des weiter gefassten Konzepts der Enterprise Architecture (EA) bedienen, empfahlen etliche Referenten: "Nutzen Sie EA-Elemente, um Governance und Business-Modelle aufzusetzen", riet etwa Michael Herr, Chef des Post-eigenen IT-Dienstleisters Sopsolutions. Er verwies auf die rund siebenjährige Erfahrung, die die Post bereits in SOA-Projekten gesammelt habe. Ein Schlüssel zum Erfolg liege in der Entkopplung von Business- und IT-Elementen mittels einer logischen Schicht.

Die Notwendigkeit einer Enterprise Architecture illustrierte der unabhängige IT-Berater Gernot Starke anhand einer Architekturpyramide, deren Spitze die Unternehmensstrategie mit der Business-Architektur bildet (siehe Grafik "Architekturpyramide"). Die unterste Schicht repräsentiert die Basisinfrastruktur mit Hardware und systemnaher Software, darüber liegt die Softwarearchitektur mit den Applikationen. In vielen Unternehmen sind lediglich die oberen und unteren Enden der Pyramide ausgeprägt, so Starke. Dazwischen aber klaffe eine Lücke, die das Zusammenspiel zwischen Technik- und Geschäftsstrategie, sprich "Business-IT-Alignment", erschwere.