Energiekonzerne entdecken das Internet

03.03.2000

MÜNCHEN (CW) - Die Liberalisierung des Strommarkts zwingt europäische Elektrizitätskonzerne zur Erweiterung ihrer Geschäftsfelder. Drei große Anbieter haben jetzt Strategien vorgestellt, um das Internet stärker einzubeziehen. So hat die britische Powergen eine Kooperation mit dem Internet-Service-Provider (ISP) Affinity Internet Holdings geschlossen, um neue Telekommunikations- und Internet-Produkte zu entwickeln. Der Konzern plant unter anderem, innerhalb der nächsten sechs Monate gebündelte Energie-, TK- und Internet-Dienste anzubieten. Die spanische Endesa hat mit der amerikanischen Commerce One und Pricewaterhouse Coopers ein Joint-Venture gegründet, um Business-to-Business-Services über ein spezielles Portal anzubieten. Der französische Mischkonzern Vivendi will gemeinsam mit dem japanischen Internet-Investor Softbank ein Online-Energiegeschäft aufbauen. Auch in Deutschland machen ähnliche Initiativen Sinn. So meinte ein Sprecher der ENBW Energie Baden Württemberg gegenüber der COMPUTERWOCHE, mit Verfahren wie der Powerline-Technologie sei es denkbar, Kunden zum Strom gleich noch den Internet-Zugang zu liefern. Das sei aber nur in Gebieten möglich, wo der Stromversorger die Netzstruktur besitzt.