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Endlich Standard: Gigabit-Ethernet über Kupfer

29.06.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Standardisierungsorganisation IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) hat nach zweieinhalb Jahren und unzähligen Verzögerungen endlich den lang erwarteten Standard für Gigabit-Ethernet über Kupferkabel verabschiedet. Grund der Verspätung ist nach Aussagen des zuständigen Komitees die technische Komplexität des nötigen Controller-Chips, angeblich der komplizierteste Kommunikationschip, der bis dato entwickelt wurde. Der neue Standard definiert den Betrieb von 1000Base-T alias IEEE 802.3ab alias Gigabit-Ethernet über vier Paar CAT-5-Kuperkabel (maximale Frequenz 125 Megahertz). Im vergangenen Juli waren bereits die nötigen Normen für den Betrieb über Glasfaserkabel veröffentlicht worden.

Erste Anwender des neuen Standards dürften laut Brancheninformationsdienst "Computerwire" zunächst Unternehmen aus dem grafischen Gewerbe und Multimedia-Anwender sein, die hohe Bandbreiten benötigen. Colin Mick, Gigabit-Ethernet-Experte der IEEE, rechnet mit einer Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten, bevor die neue Technik auch in der Unternehmens-DV Einzug hält. Der genaue Zeitpunkt hänge vor allem davon ab, wie schnell die Netzwerkhersteller mit entsprechenden Adaptern auf den Markt kämen. Als nächste Aufgabe hat sich das Komitee 10 Gigabit über Kupferkabel vorgenommen. Bis zur Verabschiedung dieses Standards dürften nach Einschätzung von Mick erneut mindestens zwei Jahre vergehen.