Software-Märkte

Ende der Big Deals

23.11.2009
Anzeige  SAP ist derzeit noch von vor Ort betriebenen ERP-Lösungen abhängig. Doch die Software-Märkte ändern sich, SAP muss reagieren. Eine Analyse von Rüdiger Spies, Independent VP Enterprise Applications beim IT-Marktforscher IDC.
"SAP muss den Weg hin zu mehr Volumengeschäft in Form kleinerer Abschlüsse wie etwa ERP-Erweiterungen be den Bestandskunden schaffen", sagt Rüdiger Spies vom Beratungshaus IDC.
"SAP muss den Weg hin zu mehr Volumengeschäft in Form kleinerer Abschlüsse wie etwa ERP-Erweiterungen be den Bestandskunden schaffen", sagt Rüdiger Spies vom Beratungshaus IDC.

Die Umsätze, die SAP für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres Ende Oktober meldete, folgen dem Muster, dass sich in diesem Kalenderjahr herausbildete: Sinkende Umsätze bei steigendem operativem Ertrag. Der Gesamtumsatz fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent, die Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft gingen sogar um 31 Prozent zurück. Auch die Umsätze aus Consulting und Training zeigten sich rückläufig. Doch wie im selben Quartal des Vorjahres wurden diese Einbußen von einem wachsenden Ergebnis begleitet. SAP erreichte das durch steigende Support-Umsätze, Kostenreduzierungen und geringere Steuerlasten.

Durch das konstant solide Finanzmanagement konnte SAP auch im schwierigen Wirtschaftsklima des Jahres 2009 sein Ergebnis steigern. Aus geographischer Sicht betonte Werner Brandt, CFO (Chief Financial Officer) von SAP, die Herausforderungen in den so genannten "Emerging Markets" und Japan. Auch im Heimatmarkt Deutschland musste SAP deutliche Umsatzrückgänge in Höhe von 13 Prozent im dritten Quartal und elf Prozent in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres hinnehmen. EMEA (Europe, Middle East, Africa) ohne Deutschland war im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die einzige Region, in der bei Software inklusive Wartung und Support ein Zuwachs zu verzeichnen war. Unterm Strich ist EMEA ohne Deutschland der größte Markt für SAP.

Volumen statt Größe

Eine Herausforderung für SAP ist der Weg hin zu mehr Volumengeschäft in Form kleinerer Abschlüsse wie etwa ERP-Erweiterungen bei den Bestandskunden. SAP hat erkannt, dass die Blütezeit der großen Deals vorbei ist und dieses im Volumengeschäft wieder wett gemacht werden muss. Entsprechende Angebote wie "Best Run Now" sind gut gestartet, können aber die Rückgänge bei großen Abschlüssen bislang nicht kompensieren. Diese Festpreis-Pakete im Vertrieb über ein breiteres Partner-Ökosystem könnten den Ansatz weiter beflügeln und so einen stärkeren Einfluss auf die SAP-Umsätze nehmen.

Inhalt dieses Artikels