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EMTS stellt Konkursantrag

01.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Schicksal der österreichische Handy-Servicefirma EMTS Technologie AG ist entgültig besiegelt: Nachdem das Salzburger Unternehmen Bankverbindlichkeiten über 15,7 Millionen Euro nicht wie vereinbart bedienen konnte, meldete es am heutigen Montag Konkurs an. Die EMTS-Führung hatte bis zum Schluss versucht, gemeinsam mit der Gläubigerbank Austria-Creditanstalt (BA-CA) eine gemeinsame Lösung für die Ende November ausgelaufene Stundungs- beziehungsweise Restrukturierungsvereinbarung zu finden, Vorschläge etwa in Form eines Schuldennachlasses oder die Umwandlung des Kredits in Mezzaninkapital nicht akzeptiert.

Die in den letzten zwei Monaten enorm verschobene Anlegerstruktur habe es zudem unmöglich gemacht, eine qualifizierte Mehrheit von Aktionären für einen gemeinsamen Sanierungsbeitrag zu gewinnen oder einen Käufer für die Holding zu finden, so EMTS.

Der Handy-Dienstleister ist trotz Konkursantrag zuversichtlich, für alle drei Töchter mit 460 Mitarbeitern neue Eigentümer zu finden. So konnten die Österreicher in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 (Ende: 31. Oktober) einen Gewinn von 900.000 Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schreiben. Für das laufende Geschäftsjahr hatte EMTS trotz des anhaltend unfreundlichen Branchenklimas bei rund 30 Millionen Euro Umsatz einen Ebitda-Profit von 1,5 Millionen (ohne Holding) beziehungsweise 800.000 Euro angepeilt.

EMTS war Ende Januar in die Krise gerutscht, nachdem sein Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touche Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen der Geschäftsjahre 2002 und 2001 festgestellt hatte. In der Folge zog sich Hauptkunde Nokia zurück und es kam zu Konkursen von Tochtergesellschaften. Kurz darauf nahm außerdem das Handy-Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson die fatale Situation zum Anlass, um ebenfalls seinen Servicevertrag zu kündigen. (mb)