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Emnid: Computer-Nutzer sind eher Individualisten

29.04.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Bielefelder Meinungsforschungsinstitut Emnid hat im Rahmen einer semiometrischen Basisbefragung herausgefunden, daß in Deutschland (und vermutlich auch anderswo auf der Welt) Computer-Nutzer eher zu den Individualisten gehören. Mit Hilfe der Semiometrie ermittelt Emnid Wertvorstellungen und Erkenntnisse von Marken- und Mediennutzung von Verbrauchern und versucht, auf Basis soziokultureller Werte Zielgruppen zu bilden. Dabei haben 4300 repräsentativ ausgewählte Teilnehmer gezielt Begriffe nach den Empfindungen bewertet, die diese bei ihnen auslösen.

Die spezifischen Wertevorstellungen von Computer-Nutzern verbinden sich laut Emnid mit Wörtern wie "Herausforderung", "Geschwindigkeit", "Labyrinth" oder auch "Ozean" und "Feuer". Computer-Nutzer gehen auf Abstand zu Gruppen und anderen Menschen, genügen sich selbst und sind fasziniert von neuen Dingen. Sie sind trotz aller individualistischen Ausprägungen lustbetont und voller Lebensfreude, meint das Institut.

Bundesbürgern, die besonders intensiv fernsehen, sind indes Begriffe wie "Tradition", "Vaterland", "Geld" und "gehorchen" besonders wichtig. Ähnlich verhält es sic mit "Familie", "Eigentum" und "kaufen", laut Emnid also Wertemuster, die einen stark bindungsorientierten Menschen vermuten lassen.

Last, but not least favorisieren Zeitschriftenleser eher intellektuelle Werte wie "Theater" und "Buch" und messen romantischen Begriffen wie "Poesie", "Liebkosung" oder "beschützen" besondere Bedeutung bei.