Ovum-Report

EMM-Markt soll sich in vier Jahren fast vervierfachen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Einer neuen Studie von Ovum zufolge kommen Lösungen, mit den Unternehmen ihre mobilen Endgeräte, Anwendungen und Geschäftsprozesse verwalten können, allmählich aus ihrer Nische heraus. Dementsprechend soll der Markt für Enterprise Mobility Management (EMM) Software bis 2019 um fast das Vierfache wachsen.

"Bisher trieben die Sicherheitsbedenken rund um das Thema Bring your own Device (ByoD) den nach wie vor unreifen Markt an", erklärt Richard Absalom, Principal Analyst und Autor des Berichts, den Trendwechsel. Nun verwandle jedoch die Möglichkeit, Geschäftsprozesse mit mobilen Unternehmensanwendungen zu transformieren, dieses relative Nischenthema in ein weithin angenommenes, etabliertes IT-Vorhaben.

Die Möglichkeit, mit Smartphone und Tablet Geschäftsprozesse zu beeinflußen, treibt auch den EMM-Markt an.
Die Möglichkeit, mit Smartphone und Tablet Geschäftsprozesse zu beeinflußen, treibt auch den EMM-Markt an.
Foto: nongkran - shutterstock.com

Ovum zufolge mache EMM-Software zwar immer noch einen relativ kleinen Teil des gesamten IT-Stacks aus. Mobilität beeinflusse jedoch jede Art von Geschäftsprozess und als solche spiele auch EMM-Software eine immer wichtigere Rolle bei der Verwaltung und Absicherung von Anwendungen und Geräten aller Art. Die Marktforscher rechnen daher für die nächsten fünf Jahre für den weltweiten EMM-Markt mit einer mittleren jährlichen Wachstumsrate von 29,5 Prozent, ausgehend von 2,7 Milliarden Dollar im Jahr 2014 auf knapp 10 Milliarden Dollar im Jahr 2019.

In diesem Zusammenhang betrachtet ist es wenig überraschend, dass das Mobile Device Management (MDM) den Marktforschern zufolge als Ausgangspunkt und primärer Baustein für EMM-Lösungen an Bedeutung weiter verlieren wird. Obwohl Ovum das Geräte-Management als nur eine von sieben EMM-Technologiekomponenten sieht, erzielte es der Erhebung zufolge 2014 bei weiten die meisten Umsätze. Dies soll auch bis 2016 so bleiben, wenngleich MDM als Kategorie Commodity wird und sich EMM-Anbieter stattdessen stärker dem Mobile App Management (MAM) und Entwicklungsplattformen für mobile Apps (MADPs) zuwenden, um einen Mehrwert für die Kunden zu bieten und ihr eigenes Wachstum zu steigern. "Mit zunehmender Reife ihrer EMM-Strategien denken die IT-Abteilungen von Unternehmen weniger in Richtung klassisches Geräte-Management und -Sicherheit und mehr darüber, wie der Einsatz dieser mobilen Geräte die Geschäftsprozesse transformieren kann", erklärt Ovum-Analyst Absalum. Dies treibe sie unweigerlich in Richtung mobile Apps.

Größtes Wachstum in Asien und Lateinamerika

Regional betrachtet war Nordamerika Ovum zufolge bislang der größte geografische Markt für EMM-Software - und wird dies auch in fünf Jahren noch sein. Im Zuge der weltweit steigenden Nachfrage nach Mobilitätslösungen soll dieser Anteil laut Prognose jedoch von 56 Prozent in 2014 auf 39 Prozent in 2019 schrumpfen. Die Emea-Region wiederum bleibt aus Sicht der Auguren wegen der starken Nachfrage in Europa ein wichtiger Markt mit einem Anteil von 35 Prozent bis 2019.

Die größten Wachstumschancen sieht Ovum allerdings im Asien-Pazifik- (APAC-) und Lateinamerika- (LATAM-)Raum. In diesen Regionen verändere das weiterhin starke ByoD-Verhalten die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, erklärt Absalom, weshalb die Unternehmen wiederum zunehmend EMM-Software einsetzen, um dieses Verhalten in den Griff zu bekommen. Als Konsequenz rechnet Ovum für den EMM-Marke in der APAC-Region bis 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 50 Prozent und 19 Prozent Anteil am Gesamtmarkt. In Lateinamerika sehen die Experten mit 48 Prozent mittlerem jährlichen Wachstum bis 2019 eine ähnliche Entwicklung, wenngleich der Raum der mit Abstand kleinste regionale Markt bleiben wird.

Bei seiner Prognose für den Gesamtmarkt geht Ovum allerdings bereits von einem relativ hohen Ausgangswert von 2,7 Milliarden Dollar aus. Die Kollegen von IDC meldeten in ihrem Bericht Mitte Juni, der weltweite EMM-Markt sei 2014 um 27,7 Prozent auf lediglich 1,4 Milliarden Dollar gewachsen. Wahrscheinlicher Grund für diese Differenz ist, dass Ovum das Thema Enterprise Mobility Management relativ weit absteckt. Zu den sieben Technologiekomponenten zählen bei dem Analystenhaus neben MDM, MAM und MCM (Mobile Content Management) auch eher Mobile-App-Development Plattformen (MADP), Network Access Control (NAC), Identity & Access Management (IAM) und Telecoms Expense Management (TEM).