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EMC verweigert sich weiterhin dem SPC-Test

06.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch die neuen "Symmetrix DMX" wird EMC wieder nicht dem "SPC-1"-Benchmark des Storage Performance Council unterziehen, wie "Computerwire" berichtet. Der Hersteller aus Hopkinton, Massachusetts, beschwert sich seit langem über den - einzig offiziellen - Storage-Test, der aus Sicht EMCs keine realitätsnahe Anwendung wiederspiegelt. Auf wenig Verständnis stößt diese Argumentation indes bei den Wettbewerbern Hitachi, IBM, HP und Sun, die ihre Systeme allesamt dem SPC-1 unterzogen haben.

Nach Aussagen von EMCs Chief Technology Officer Mark Lewis wird das Unternehmen seine Meinung nicht änden, nur um jetzt zu beweisen, dass die neuen DMX-Systeme der Konkurrenz überlegen seien. Obwohl das SPC angibt, sein Test solle die Realität simulieren, ist Lewis anderer Ansicht: "Das SPC ist eine nicht anwendungsorientierte Testumgebung und aus unserer Sicht grundsätzlich fehlerhaft. Der Benchmark ist schlicht nicht sachdienlich."

EMC hatte bei der Vorstellung von Symmetrix DMX eigene Zahlen vorgelegt, die beweisen sollen, dass die sechste Generation der Highend-Arrays HDS' "Lightning" und Big Blues "Shark" im OLTP-Einsatz locker abhängt (der SPC-1 soll eigentlich auch eine OLTP-Umgebung simulieren). Lewis verwies darauf, dass EMC Details seiner Ergebnisse und die Testmethodik offenlege, sodass Kunden, Wettbewerber und Analysten diese überprüfen könnten. In bezug auf SPC-1 bekräftigte der CTO: "Wir könnten den Test machen und würden vorne landen. Aber man will schließlich nichts unterstützen, von dem man nichts hält."

Lewis bekräftigte ferner EMCs Versprechen, noch in diesem Jahr die offene Storage-Management-Schnittstelle "Bluefin" a.k.a. SMI zu unterstützen (IBM hat dies zeitgleich mit der DMX-Ankündigung für Shark ebenfalls angekündigt). "Wir führen SMI bei allen Produkten ein, wo dies Sinn macht. EMC profitiert stark von dieser Standardisierung. EMC ist nicht nur offen, sondern gewinnt auch durch die Offenheit am stärksten."

SMI sei im übrigen keine Konkurrenz zur eigenen "Widesky"-Initiative, erklärte der EMC Mann. Irgendwann könne SMI aber den hauseigenen Middleware-Layer ablösen. "Wenn jedermann SMI unterstützt, dann verschwindet Widesky - fein", so Lewis. Widesky werde aber in jedem Fall auch künftig eine Rolle spielen, wenn es um die Interoperabilität von Legacy-Systemen gehe. (tc)