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EMC und IBM begraben das Kriegsbeil

15.05.2000
Festplatten-Deal gekündigt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM und EMC haben ihren Streit um Patentrechtsverletzungen beigelegt. Zudem beendete EMC seinen 1999 mit IBM geschlossenen Vertrag, wonach die Speicherspezialisten innerhalb von fünf Jahren Festplatten im Wert von drei Milliarden Dollar von Big Blue kaufen wollten (CW Infonet berichtete). Als Begründung nannte EMC Lieferschwierigkeiten von IBM. Allerdings wird der Speicherspezialist laut IBM weiterhin Festplatten erwerben, man habe lediglich die Transaktionssumme geändert. Dennoch dürfte die Beendigung des Milliarden-Deals Big Blue hart treffen, musste der IT-Konzern doch im ersten Geschäftsquartal im Bereich Komponenten (Festplatten, Monitore, Chips) einen Umsatzrückgang von elf Prozent hinnehmen.

In der Einigungserklärung zum Patentstreit beider Unternehmen hieß es, IBM habe EMC eine nicht veröffentlichte Summe gezahlt, die nicht "materiell hoch, aber bedeutsam" sei. Beide Firmen verlängerten zudem ihren gegenseitigen Technologieaustausch bis zum Jahre 2005 und kamen überein, innerhalb der nächsten fünf Jahre Patentstreitigkeiten zu vermeiden.

1994 hatte Data General, damals noch nicht zu EMC gehörend, den Patentstreit mit IBM begonnen. Das Unternehmen legte dem IT-Riesen zur Last, mit Produkten der "AS/400"-Reihe sowie mit "390"-Mainframes gegen Data-General-Patente zu verstoßen. IBM wiederum verklagte EMC nach dessen Übernahme von Data General im Oktober 1999 mit der Begründung, der Speicherspezialist habe heimlich Patente von Data General, die Big Blue aufgrund einer Technologie-Austauschs-Vereinbarung verwenden durfte, in eine andere Firma transferiert. Dadurch sollte IBM der Zugriff verwehrt werden (CW Infonet berichtete).