Tucci trotzdem optimistisch

EMC-Kunden üben sich in Kaufzurückhaltung

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Das Geschäft von EMC mit seinen Datenspeichern war im dritten Quartal rückläufig, weil einige große Kunden - darunter Wall-Street-Banken - Neuanschaffungen verschoben oder gleich ganz strichen.

EMC nahm auch seine Prognose für das Gesamtjahr zurück. Die Anleger waren trotzdem erfreut, dass die Ausblicke von EMC und seiner 85-Prozent-Virtualisierungstochter VMware nicht ganz so düster ausfielen wie teilweise befürchtet. Die Aktie des Datenspeicherkonzerns stieg gestern an der New York Stock Exchange (NYSE) um drei Prozent auf 9,98 Dollar.

EMC hatte vor Öffnung der Börsen für sein drittes Quartal einen Nettogewinn von 411,3 Millionen Dollar ausgewiesen, das sind 17 Prozent weniger als die 492,9 Millionen Dollar (EPS 23 Cent) im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Seinerzeit hatte der Konzern allerdings einmalig vom Verkauf einer VMware-Minderheitsbeteiligung an den Netzausrüster Cisco Systems profitiert.

Trotz Finanzkrise noch optimistisch: Joe Tucci
Trotz Finanzkrise noch optimistisch: Joe Tucci
Foto: EMC

Den Quartalsumsatz konnte EMC im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 3,72 Milliarden Dollar steigern. Firmenchef Joe Tucci räumte ein, dass die Erlöse geringfügig niedriger ausgefallen seien als zu Beginn des Quartals erwartet. Aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs erwarte EMC für das laufende vierte Quartal vier Milliarden Dollar Umsatz. Damit würden die Jahreseinnahmen "einen Tick unter 15 Milliarden" Dollar liegen, die eigentlich als Ziel angepeilt waren. Der Nettogewinn für das Q4 soll 23 bis 24 Cent pro Aktie betragen. Ein Jahr zuvor hatte EMC im Schlussquartal gleichfalls 24 Cent verdient.

Für die weitere Zukunft erwartet Tucci "weiterhin ein bescheidenes Wachstum der IT-Ausgaben" und keinen Rückgang im nächsten Jahr. Ohnehin sollten die Systeme und Software von EMC besser abschneiden als der Gesamtmarkt, weil sie oft für Kostensenkungs-Maßnahmen wie die Konsolidierung von Rechenzentren eingesetzt werden. EMC ist auch weniger abhängig vom Hardwaregeschäft als in der Vergangenheit; mittlerweile entfällt die Hälfte des Business auf Software und Dienstleistungen.