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Elektronische Post unter Palmen

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Mit E-Postscan Travel und einer App möchte die Deutsche Post Kunden im Urlaub oder auf Reisen mit elektronischen Briefen versorgen. Voraussetzung ist ein E-Postbrieffach beim Logistiker.

In wenigen Monaten ist Urlaubssaison. Doch Rechnungen und Briefverkehr kennen keine Ferien. Aus diesem Grund bietet die Deutsche Post im Zusammenhang mit seinem E-Postbrief den neuen Service E-Postscan Travel an. Während der Kunde abwesend ist, digitalisiert der Dienst eingehende Briefe und Postkarten und sendet die Scans anschließend an dessen E-Postbrieffach. Der Prozess findet laut Anbieter unter Einhaltung des Datenschutzes statt.

Die Deutsche Post hat hochgesteckte Ziele: "Wir wollen 100 Millionen Euro mit dem E-Postbrief umsetzen", so Ralph Wiegand.
Die Deutsche Post hat hochgesteckte Ziele: "Wir wollen 100 Millionen Euro mit dem E-Postbrief umsetzen", so Ralph Wiegand.
Foto: Deutsche Post

Im Jahr 2010 gestartet, ist der E-Postbrief selbst eine hybride Lösung für Privat- und Geschäftskunden. Briefe lassen sich damit elektronisch oder physisch per Postboten übermitteln. Im Gegensatz zur E-Mail sind bei dem Service keine Pseudonyme zugelassen, so dass Sender und Empfänger nur eine eindeutige Identität verwenden können.

"Mit dem E-Postbrief kombinieren wir verschiedene Verschlüsselungstechnologien in der Übertragung mit gesicherten Identitäten", sagte Ralph Wiegand, CEO E-Postbrief, bei der Vorstellung auf der CeBIT. Um den Dienst nutzen zu können muss sich der Kunde mit persönlichen Daten wie Name, Adresse und seiner Mobil-Telefonnummer anmelden.

Das Angebot hat allerdings den Makel, dass parallel De-Mail gestartet ist. Der Service bietet eine vertrauliche Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen sowie Behörden und wird durch das gleichnamige Gesetz geregelt. Zwar habe sich die Post mittlerweile für die Lösung zertifizieren lassen. "Wir sind mit unserem Postident-Verfahren aber auf Widerstand bei den Datenschutzbehörden gestoßen", so Wiegand. Da Postident die Ausweisnummer im Rahmen des Geldwäschegesetzes speichert, sei der Service nicht mit De-Mail vereinbar. "Uns ist nicht klar, warum es zwei verschiedene Gesetzesregelungen hierfür gibt", erläutert der E-Postbrief CEO.

Das digitale Büro, wie es die Deutsche Post nennt, ist nun auch auf iOS- und ab Sommer auf Android-Geräten verfügbar.
Das digitale Büro, wie es die Deutsche Post nennt, ist nun auch auf iOS- und ab Sommer auf Android-Geräten verfügbar.
Foto: Deutsche Post

Unabhängig von diesem Hindernis zeigt sich Wiegand aber optimistisch, dass die Deutsche Post dieses Jahr 100 Millionen Euro mit der E-Post umsetzt. Um das zu erreichen, hat das Unternehmen neben E-Postscan Travel auch eine App für das Versenden und Empfangen der elektronischen Post entwickelt. Ab Juni 2013 soll damit etwa auch das Abspeichern von Belegen wie Rechnungen möglich sein. Später soll das Bezahlen per E-Postzahlung (ab August) und der Zugriff auf den Service E-Postsafe (ab Oktober) hinzukommen. Aktuell ist die App allerdings nur für iOS-Geräte kostenlos verfügbar. Eine Android-Version soll diesen Sommer folgen.