Einstiegsgehälter: Schweizer und Deutsche vorn

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Licht am Ende des Tunnels: In Westeuropa können die meisten IT-Berufsanfänger nach einem Jahr der Stagnation wieder mit einem leichten Plus gegenüber dem mauen Vorjahr rechnen. Eine Ausnahme bilden die Schweizer und Österreicher. Das ergab die jüngste Gehaltsumfrage von Towers Perrin im Auftrag von YOUNG PROFESSIONAL.

Mittelständische Unternehmen können in der Vergütungspolitik mit den großen Firmen nicht mithalten. Dirk Buschmann, Eigentümer des auf Mobile Computing spezialisierten Kölner Unternehmens Knowledge Intelligence, macht aus seinem Frust keinen Hehl, wenn er sagt: "Die Kandidaten gehen für ein paar Euro und einige Urlaubstage mehr zu einem Konzern, ohne sich über die Aufgaben und die innovativen Produkte zu erkundigen und ohne den enormen Freiraum zu berücksichtigen, den ihnen ein Kleiner gewährt."

Mit dieser Einstellung begeben sich aber einige dieser Kandidaten auf den Holzweg. Denn in puncto Entlohnung wachsen die Bäume schon längst nicht mehr in den Himmel. Grundsätzlich gilt: Je mehr Kandidaten sich um eine Stelle bewerben, umso höher muss die Qualifikation sein, ohne dass es eine Garantie gibt, die Spitzengehälter der letzten drei Jahre zu erreichen. Vor allem Quereinsteiger müssen sich auf niedrigere Gehälter einstellen. Personaler sprechen in diesem Zusammenhang von einem Minus von zehn bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Key-Accounter sind Topverdiener

Die aktuelle Towers-Perrin-Studie hat die Einstiegsgehälter in den verschiedenen Unternehmensbereichen unter die Lupe genommen und auch einen europäischen Vergleich gezogen. Die gute Nachricht vorneweg: Die Einkommen der Jobeinsteiger in Deutschland wachsen beim Zielgehalt um acht Prozent und sind bei 46 000 Euro angekommen sowie beim Grundgehalt um fünf Prozent - macht am Ende des Jahres insgesamt 41 000 Euro.

Keine Überraschung dürfte sein, dass die Einsteiger im Key-Account-Management mit über 60 000 Euro Jahresgehalt am besten wegkommen - wobei einschränkend hinzuzufügen ist, dass sie mit mehr als 40 Prozent auch den höchsten variablen Einkommensanteil haben. Damit macht der Key-Accounter einen großen Gehaltssprung und verbessert sich um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.