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Einkaufen im Internet wird immer beliebter – Rekordumsatz erwartet

28.11.2006
Das Internet nutzen immer mehr Konsumenten als "Shoppingparadies" mit direktem Preisvergleich und Ladenöffnung rund um die Uhr.

Die deutschen Verbraucher werden in diesem Jahr nach verschiedenen Schätzungen eine Rekordsumme von mehr als zehn Milliarden Euro bei ihren Online-Einkäufen ausgeben. Gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Einzelhandels von knapp 390 Milliarden Euro im Jahr 2005 ist dies aber nach wie vor nur ein Bruchteil. Nach Ansicht des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) hält der Onlineboom an, auch nachdem viele Bundesländer die Ladenöffnung werktags für den stationären Einzelhandel bereits freigegeben haben.

Der deutsche Versandhandel wird in diesem Jahr über das Internet erstmals Waren im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro absetzen, teilte der bvh am Montag in Düsseldorf auf Basis einer Befragung von mehr als 24.000 Konsumenten in Deutschland mit. Damit stiegen die Online-Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent. Statistisch gesehen kaufe bereits jeder dritte Bundesbürger im Internet ein. Das meiste Geld werde mit 2,8 Milliarden Euro für Bekleidung, Textilien und Schuhe ausgegeben. Danach folgen die Bücher, CDs und DVDs mit 1,8 Milliarden Euro und Unterhaltungselektronik mit 1,2 Milliarden Euro.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erwartet 2006 sogar einen Online-Gesamtumsatz von gut 16 Milliarden Euro. Das entspricht nach Rechnung des HDE einer Zunahme von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Viele informieren sich im Internet und kaufen dann doch im stationären Einzelhandel ein", sagte eine HDE-Sprecherin am Montag in Berlin. Auch der Versandhandel ist der Auffassung, dass zahlreiche Einkäufe vom Internet inspiriert werden. Mehr als 71 Prozent der befragten Onlinekunden gaben laut bvh an, vor der Onlinebestellung in einem Katalog geblättert zu haben.

Das Online-Shopping sei längst keine Männerdomäne mehr, dennoch unterschieden sich die Bestellgewohnheiten, berichtete der bvh weiter. Männer bestellen am liebsten per Mausklick. Frauen hingegen bevorzugen das Telefon. Laut bvh ist auch ein Ost-West-Gefälle bei den Onlinebestellungen festzustellen. Während im Westen Deutschlands 48 Prozent aller Bestellungen bereits über das Internet eingehen, sind dies im Osten knapp 31 Prozent. Diese Diskrepanz führte der Verband auf die Versorgung mit schnellen DSL-Anschlüssen zurück. Neben schnellen Verbindungen seien auch Flatrates Katalysatoren. (dpa/tc)