Top 10 - Markus Grimm, DKV Euro Service

Einer schreitet voran

Alexander Dreyßig betreut als Portal Manager das Online-Angebot des TecChannel. Neben seinen umfangreichen Tätigkeiten im Bereich Content Management ist er als Autor im Bereich Hardware- und IT-Gadgets aktiv.
Dank des CIO Markus Grimm war der DKV pünktlich zur Einführung der europäischen Lastschrift lange vor allen Mitbewerbern startbereit.
Markus Grimm ist Director of Information Systems und CIO bei der DKV Euro Service.
Markus Grimm ist Director of Information Systems und CIO bei der DKV Euro Service.
Foto: DKV Euro Service, Markus Grimm

Wer in der IT etwas erreichen will, muss früh aufstehen. Diesen Leitsatz hat sich Markus Grimm als CIO des DKV Euro Service (DKV), Anbieter für Tank- und Servicekarten, zu Herzen genommen, als er sich mit dem Problem der Einführung des SEPA-Lastschrifteinzugs im B2B-Umfeld konfrontiert sah. Während sich Mitbewerber noch im unternehmerischen Tiefschlaf befanden, lief im Team des 42-jährigen Diplomphysikers die generalstabsmäßig geplante Umsetzung des Verfahrens schon auf Hochtouren. Kein Wunder also, dass das Düsseldorfer Familienunternehmen - in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank und dem Systemhaus Omnikron - als erstes die erfolgreiche Umsetzung verkünden konnte.

Zuvor hatte IT-Leiter Grimm jedoch erhebliche Widerstände und Hindernisse zu bewältigen. Zunächst war ein Release-Wechsel von SAP Mysap ERP 2004 auf SAP ERP 6.0 nötig. Zudem musste das IT-Team von Grimm die wichtige Mandatsverwaltung für das SEPA-Verfahren selbständig entwickeln, da es zum Startpunkt des SEPA-Verfahrens am 1. November 2009 noch nicht im SAP-Standard verfügbar war und parallel ein Projekt zur Einführung einer interoperaplen Mautbox in Frankreich und Spanien eine grundlegende Anpassung im SAP-Datenmodell erforderlich machte. "Der Release-Wechsel war herausfordernd, da wir zirka eine Million Abap-Codezeilen eigener Erweiterungen im SAP ERP zählen, die teilweise im neuen Release in den SAP-Standard übernommen wurden. Zudem haben wir ihn ohne die Unterstützung von SAP betrieben", so Grimm.

Das Ergebnis dieser Mühen kann sich sehen lassen: So konnte der DKV die Valuta-Gutschrift um einen Tag auf die tagesaktuelle Buchung verkürzen, zehn verschiedene Abwicklungssysteme zu einem einzigen konsolidieren und die Liquiditätsposition des Unternehmens nachhaltig verbessern sowie als erstes Unternehmen zum 1. Januar 2010 flächendeckend eine interoperable Mautbox für Frankreich und Spanien anbieten. "Diese Lösungen sind inzwischen ausgereift und können von uns als Business Process Outsourcer anderen Unternehmen angeboten werden", so Grimm.

Steckbrief

Markus Grimm ist Director of Information Systems und CIO bei der DKV Euro Service. Er sagt: "Ein CIO muss die Augen seiner Kunden wie die seiner Mitarbeiter zum Leuchten bringen."

Zum Unternehmen:

  • Name: DKV Euro Service.

  • Branche: Handel/Dienstleistungen.

  • Größe: ca. 575 Mitarbeiter.

  • Zahl der IT-Mitarbeiter: 70.

  • IT-Budget: ca. 14,5 Millionen Euro.

Das eingereichte Projekt:

  • Name: SAP Next Generation - Einführung

  • Projektbeschreibung: Systematischer Ausbau der SAP-Infrastruktur; Lösung mit wenig Schnittstellen und leicht zu administrieren; akribische Einhaltung des Datenschutzes.

  • Zeitrahmen: Februar bis November 2009

  • Eingesetzte Produkte: SAP ERP.

  • Zahl der IT-Projektmitarbeiter: 20.

  • Herausforderungen: Die SEPA-Umsetzung durch Bankenunterstützung in Europa war zum Startzeitpunkt nicht gegeben. Nur die Deutsche Bank war bereit mit uns als Pilotkunden dieses Projekt zu diesem Zeitpunkt zu realisieren.
    Ein weiteres Projekt zur länderübergreifenden Mauterfassung per Funk (interoperable Maut) in Frankreich und Spanien erforderte während des SAP Releasewechsels noch zusätzlich eine grundlegende Anpassung in dem SAP Datenmodell.