Eine gute Idee ist nur der Anfang

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Kreativität reicht für eine erfolgreiche Unternehmensgründung nicht aus. August-Wilhelm Scheer hat die Erfahrung gemacht, dass die richtige Zusammensetzung des Teams, die geschickte Wahl der Partner und die Internationalisierung genauso entscheidend sind.

Hier lesen Sie ...

  • welche Tipps der erfolgreiche Unternehmensgründer August-Wilhelm Scheer Studierenden mit auf den Weg gibt;

  • was er von Gründern hält, die Ideen anderer abkupfern;

  • wie Scheer die internationale Expansion seines Unternehmens forciert hat.

Albert Einstein, Daniel Düsentrieb, James Bond und Willy Brandt - auf den ersten Blick haben die teils realen, teils fiktiven Figuren nichts miteinander gemein. Auf den zweiten Blick stehen sie für Eigenschaften, die in keinem Gründerteam fehlen dürfen. Diese Meinung vertrat August-Wilhelm Scheer vor Studenten an der Technischen Universität München: "Die Gründungsmannschaft sollte mit relativ breiten Fähigkeiten ausgestattet sein. Für den Erfolg braucht es analytisch-kritische Menschen, die wie Einstein alles hinterfragen, aber auch handlungsstarke und sehr mobile Mitarbeiter, wenn man international arbeiten will." Für Letztere stehe James Bond als Sinnbild. Den Reigen der unterschiedlichen Fähigkeiten komplettierten Mitarbeiter mit hoher Sozialkompetenz, die integrieren können (Brandt), und erfinderische Geister, die stets neue Ideen produzieren (Düsentrieb).

August-Wilhem Scheer: "Die Gründungsmannschaft sollte mit vielen Fähigkeiten ausgestattet sein."
August-Wilhem Scheer: "Die Gründungsmannschaft sollte mit vielen Fähigkeiten ausgestattet sein."

Als sich Scheer Mitte der 80er Jahre aus seiner Tätigkeit als Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Saarbrücken heraus mit seinem IT-Beratungshaus IDS Scheer selbständig machte, wurde ihm bewusst, wie lang der Weg von der guten Idee zum erfolgreichen Produkt sein kann. "Innovation ist immer die wirtschaftlich erfolgreiche Umsetzung neuer Ideen durch Forschung", schließt sich Scheer der Definition des Ökonomen Joseph Schumpeter an.

In der Forschung hatte er sich schon lange mit seiner Idee beschäftigt, wie man die Informationssysteme eines Unternehmens modellieren kann, und dafür eine Architektur (Aris) entwickelt. In Gesprächen mit großen Unternehmen wie IBM oder Siemens stellte sich jedoch schnell heraus, dass diese am entwickelten Prototypen nicht interessiert waren. Scheer wusste bald, warum: "Der Entwicklungsaufwand für ein Produkt ist acht- bis zehnmal so hoch wie für Prototypen." Die Zwei-Zimmer-Wohnung, in der er anfing, reichte bald nicht mehr aus. In wenigen Jahren erhöhte sich die Mitarbeiterzahl von zwölf auf 120 - heute arbeiten 2300 Beschäftigte für die IDS Scheer AG. Finanziert hat sich das ganze Unternehmen in den Anfangsjahren vor allem über Beratungen im CIM (Computer Integrated Manufacturing)-Umfeld.

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