Best in Cloud 2015 – fluid Operations AG

Eine Cloud für alle Schüler

Unser Content- und Projektmanager im Event-Bereich, Florian Kurzmaier, ist ein klassischer Quereinsteiger: Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der CW-Schwesterpublikation Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er die inhaltliche Seite unserer Veranstaltungen und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.

Dass man in Baden-Württemberg alles kann, außer Hochdeutsch, ist hinlänglich bekannt. Das zeigt das Bundesland nun auch in Sachen Bildungs-IT: Gemeinsam mit fluid Operations hat man mit „cloud4school“ eine Schul- und Bildungscloud für alle öffentlichen Schulen im Ländle umgesetzt.

Den offiziellen Slogan Baden-Württembergs hätten wir also im Anreißer dieses Artikels bereits abgehakt, mit weiteren Wortspielen auf Kosten schwäbischer Stereotypen gehen wir von hier ab sparsam um. Viel spannender ist da schon das Projekt "cloud4school" - eine Schul- und Bildungscloud für Baden-Württemberg" mit dem sich die fluid Operations AG und die Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) um den Best-in-Cloud-Award 2015 beworben und den Innovationspreis der Jury abgeräumt haben.

Projekt-Steckbrief

  • Finalist: fluid Operations AG

  • Referenzkunde: Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF)

  • Kategorie: Platform as a Service (PaaS), Private-/Hybrid-/Managed-Cloud-Projekt

  • Projekttitel: "cloud4school" - eine Schul- und Bildungscloud für Baden-Württemberg

  • Eingesetzte Produkte: eCloudManager von fluidOps

  • Zeitraum des Projekts: 01.03.2015 bis 29.02.2016

  • Projekt-Phase: Build

  • Größe des Projektteams: KIVBF: 6 Personen, fluidOps: 5 Personen, externe Berater: 4 Personen

  • Zusammenfassung: Alle Schulen in Baden-Württemberg erhalten eine einheitliche, skalierbare Cloud-Plattform, die den Schulalltag vereinfachen und zukunftssicher machen soll. Dafür greift der kommunale IT-Dienstleister KIVBF (Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken) auf den eCloudManager von fluidOps zurück, der die Orchestrierung der Plattform, das Self-Service-Dashboard sowie das automatisierte Deployment der Anwendungslandschaften innerhalb der Plattform übernimmt. So entsteht eine leistungsfähige IT-as-a-Service-Umgebung, die das Schulwesen in Baden-Württemberg IT-seitig auf neue, zukunftsfähige Beine stellen wird.

Für die Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken hat fluidOps eine leistungsfähige Bildungscloud gebaut.
Für die Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken hat fluidOps eine leistungsfähige Bildungscloud gebaut.

Das Einsatzszenario

Die Best in Cloud Facts zum Projekt
Die Best in Cloud Facts zum Projekt

Das Ziel des Projekts ist dabei so einfach, wie umfassend: Alle öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg sollen eine einheitliche Cloud-Plattform bekommen, um die Verwaltung des Schulbetriebs zu vereinfachen, Möglichkeiten für neue Unterrichtsformen zu schaffen und gleichzeitig auf allen Endgeräten lauffähig zu sein. Dafür baut fluidOps gemeinsam mit der KIVBF derzeit eine PaaS, die den Schulen komplette Anwendungslandschaften über ein Self-Service-Portal zum Selbstbuchen bereitgestellt. Enthalten sind dabei beispielsweise Lösungen für die Schulverwaltung (Stundenplanverwaltung, Schülerverwaltung) oder Lösungen für den Unterricht und die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern (Lehrer: Unterrichtsvorbereitung, Anwendungen für den Einsatz im Unterricht, Schüler: Hausaufgaben, Lernplattform/eLearning).

Ein Großteil der eingesetzten Komponenten ist zudem mit Blick auf die angespannten kommunalen und Länderhaushalte Open Source. Mit dem Projekt "cloud4school" stellt die KIVBF nach eigenen Angaben als erster kommunaler IT-Dienstleister seinen institutionellen Kunden im Bildungsbereich eine derartige Lösung zur Verfügung - mit dem eCloudManager bietet fluidOps seinem Kunden damit einen entscheidenden Baustein für dessen eigenes Innovationsmanagement.

Das Projekt auf der Bühne.
Das Projekt auf der Bühne.
Foto: Foto Vogt GmbH

Die Cloud-Lösung

Die KIVBF begann die Umsetzung der Bildungs-Cloud-Plattform "cloud4school" im Auftrag des Datenverarbeitungsverbundes Baden-Württemberg (DVV BW). Im Blick: über 4000 Schulen, mehr als 100.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie mehr als 1 Million Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg. Ihnen allen sollen durch das Cloud-Projekt eine Reihe von Diensten und Services angeboten werden, die das Schulleben und die administrativen Herausforderungen des Schulalltags vereinfachen sollen. Abgedeckt werden durch "cloud4school" mehrere Aspekte des Schullebens wie Verwaltung, Pädagogik, Kommunikation und Kollaboration. So enthält das Portfolio Softwarelösungen für die Administration von Daten der Schülerinnen und Schülern sowie die Erstellung von Statistiken, Stundenplänen, Noten und Zeugnissen.

Mit Blick auf die pädagogischen Komponenten bietet die Bildungs-Cloud reale und virtuelle Klassenräume sowie virtuelle Bibliotheken mit multimedialen Lerninhalten - ergänzt um aktuelle Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung, -durchführung und -nachbereitung. Für den Bereich von Kommunikation und Kollaboration werden Softwarelösungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, gesicherte E-Mail-, Chat- und Dateiaustauschplattformen oder virtuelle Gruppenarbeitsräume zur Verfügung gestellt. Das fluidOps Self-Service-Portal ermöglicht den Verantwortlichen die Buchung der gewünschten Dienste aus dem Katalog. Der eCloudManager von fluidOps deployed dann im Hintergrund und ohne weiteres Zutun der Kunden die gesuchten Landschaften.

Für das vielleicht komplexeste Projekt im diesjährigen Teilnehmerfeld gab es den Innovationspreis.
Für das vielleicht komplexeste Projekt im diesjährigen Teilnehmerfeld gab es den Innovationspreis.
Foto: Foto Vogt GmbH

Ein weiteres Kernelement einer so umfangreichen PaaS ist ist das Rollenmanagement für Admins, Lehrer, Schüler und Eltern: Die Verwaltung von Benutzern und Berechtigungen kann über ein entsprechendes Portal durch die Verantwortlichen in den Schulen durchgeführt werden. Ebenfalls entscheidend: die Sicherheitsaspekte der Cloud - vor allem dann, wenn mehrere hunderttausend Schüler mit der Plattform interagieren. Die Verbindung zur Lösung erfolgt vollständig End-to-End verschlüsselt und über zusätzliche Zertifikate und Einmalpasswörter ergänzt - es werden also durchgehend zwei Faktoren für die Authentifizierung benötigt.

Zudem werden Daten und Anwendungen durch mehrstufige BSI-konforme Firewall-Systeme gesichert und innerhalb der Cloud-Plattform Sicherheitszonen definiert, die physisch und netzwerktechnisch isoliert sind. Zusätzlich ist die Plattform umfassend nach BSI und ISO27001 zertifiziert und die spezifischen gesetzlichen Regelungen, die für Schulen und Bildungseinrichtungen gelten in der Plattform- Architektur berücksichtigt.

Für die "cloud4school"-Plattform stellt die KIVBF die Infrastruktur für den Aufbau der Cloud-Plattform, während der eCloudManager von fluidOps für die Orchestrierung der Infrastruktur und den Aufbau des Self-Service Portals zum Einsatz kommt. So entsteht eine leistungsfähige IT-as-a-Service-Umgebung für institutionelle Kunden aus dem Bildungssektor, die durch den Kunden agil im Self-Service-Portal genutzt werden kann. Hier können Verantwortliche aus Schulen und Bildungseinrichtungen Services für ihre Organisationen buchen - Deployment und Abrechnung erfolgen dann vollautomatisch. Die Plattform virtualisiert konsequent die Storage-, Server-, Netzwerk-, Anwendungs- und Desktopebene. Es kommen Technologien und Produkte von NetApp, Cisco, VMware, Microsoft und Citrix zum Einsatz. Management.

Der Business-Nutzen

Der große Nutzen dieser Lösung lässt sich auf mehreren Ebenen fassen: Zum einen bekommt das Land Baden-Württemberg eine einheitliche und zukunftssichere Cloud-Plattform für alle öffentlichen Schulen und Bildungseinrichtungen im Land. Der Unified-Communications-Ansatz der "cloud4school"-Platform sorgt zudem für eine bessere Kommunikation zwischen allen am schulischen Leben beteiligten Personen. Die IT-Landschaft wird konsolidiert und homogenisiert, die Schulen brauchen weniger Hardware vorzuhalten.

Zum anderen werden durch den Self-Service-Ansatz individuelle Usecases einzelner Träger besser und effizienter adressiert. Das spart gerade im notorisch klammen Bildungswesen wertvolle Ressourcen. Das zeigen auch Hochrechnungen, die im Rahmen der Machbarkeitsüberlegungen zum Projekt angestellt wurden. Sie zeigen, dass durch den Cloud-Ansatz etwa 25 Prozent an unmittelbaren finanziellen Aufwendungen gegenüber einer Modernisierung auf konventioneller Basis eingespart werden können.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei Bildung um keine kommerzielle Dienstleistung handelt, wurde keine klassische RoI-Berechnung durchgeführt. Vielmehr wurde berechnet, ab welchem Einsatzvolumen "cloud4school" für Träger kosteneffizient betrieben werden kann. Das Ergebnis: Ab 500 Einrichtungen kann ein für Schulen und Schulträger angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis erreicht werden.