icloud.com

Ein virtueller PC in der Cloud

08.05.2009
Von pte pte
Mit "icloud" hat das schwedische Unternehmen Xcerion einen kostenlosen Service gestartet, der "Cloud Computing" für den Privatanwender auf einfache Weise aufbereitet.

Icloud stellt dem User einen kompletten Desktop-Rechner inklusive Betriebssystem, Anwendungen und Speicherplatz online zur Verfügung. Der Zugriff auf den Service erfolgt über den Webbrowser. Im Gegensatz zu bislang verfügbaren Cloud-Computing-Diensten, die einzelne Applikationen oder ausschließlich Speicherplatz online anbieten, vereint icloud diese Funktionen in einem zentral bedien- und verfügbaren System.

Der icloud-Desktop basiert auf Ubuntu Linux
Der icloud-Desktop basiert auf Ubuntu Linux

"Mit icloud verbinden wir einen virtuellen Computer mit Applikationen sowie Speicher und stellen den Service jedem Webuser zur Verfügung", sagt Daniel Arthursson, CEO von Xcerion und Entwickler von icloud, im Gespräch mit pressetext. Sämtliche Anwendungen laufen im Web, der User speichert seine Dateien, Dokumente, Fotos, Videos und Musik ebenfalls online auf dem Server ab. "Icloud ist ein Desktop-Computer für jeden, selbst wenn man keinen eigenen physischen Rechner besitzt", meint Arthursson. Icloud kann von jedem internetfähigen Computer aus genutzt werden. Somit hat der Benutzer jederzeit Zugriff auf seinen personalisierten Desktop sowie auf all seine Dateien.

Der icloud-Desktop wartet mit drei Gigabyte Speicherplatz für Dateien auf. Dem User stehen darüber hinaus rund 30 Applikationen zur Verfügung. Darunter befinden sich Basisprogramme wie ein Office-Paket mit Text- und Präsentations-Editor, Mail-Anwendungen, Musik- undVideoabspielsoftware, eine Instant-Messaging-Applikation sowie einige Spiele und Widgets. Einen starken Fokus haben die Entwickler auch auf Kollaborations-Funktionen gesetzt. Dateien können mit anderen icloud-Usern gemeinsam verwendet sowie getauscht werden. Somit kann ein User Freunden auf einfache Weise Zugriff zu Dokumenten oder anderen Dateien gewähren.

Icloud erinnert beim ersten Anblick an die bekannte Windowsoberfläche, etwas XP gemischt mit Vista. Als Basissystem wurde Ubuntu Linux verwendet. Der User findet sich auf dem Desktop rasch zurecht. Eine Sidebar ersetzt den Start-Button und gewährt Zugriff auf Programme und Funktionen. Eine simpel zu bedienende Upload-Funktion erleichtert es, den virtuellen Computer mit eigenen Daten zu befüllen, wie der pressetext-Test zeigt. "Als Hauptzielgruppe wollen wir einerseits Personen ansprechen, die keinen Computer besitzen und zumeist im Internet-Cafe arbeiten. Andererseits eignet sich icloud auch für jene, die mehrere unterschiedliche Rechner benutzen. Mit icloud steht ihnen jederzeit ein eingerichteter Desktop mit allen Daten zur Verfügung", sagt Arthursson.

Die momentan 125.000 User nutzen icloud beispielsweise als Single-Sign-On-Lösung für den Zugang zu ihrem IM-Programm sowie zu E-Mails. Ebenso eignet sich icloud als Backupspeicherplatz sowie als zentraler Ort für Dateien, die der User an unterschiedlichen Rechnern benötigt. Um einen virtuellen icloud-Rechner nutzen zu können, reicht eine Registrierung. Der Service steht in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, darunter auch Deutsch. Icloud befindet sich im Moment noch in der Betaphase und benötigt den Internet Explorer. Zwar funktioniert der Zugriff auf den virtuellen Computer auch unter Firefox, allerdings weisen die Entwickler auf die noch sehr frühe Entwicklungsphase dieser Version hin. (pte)