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Flattr

Ein Traum vom Ende der "Kostenlos-Kultur" im Netz

05.07.2010
Mit der Online-Tauschbörse "Pirate Bay" geriet Peter Sunde in die Mühlen der Justiz.
Die Gründungsmannschaft von Flattr glaubt an das Gute im Internet-Nutzer.
Die Gründungsmannschaft von Flattr glaubt an das Gute im Internet-Nutzer.

Jetzt holt er mit dem Bezahldienst "Flattr" zu einem absolut legalen Coup aus. Die kühne Idee: Internetnutzer sollen Geld für Inhalte ausgeben, die sie auch kostenlos haben könnten. Geht das Konzept auf, könnte der Bezahldienst "Flattr" dem Internet eine kleine Revolution bescheren.

Denn inmitten einer Gratiskultur im Netz sollen die Nutzer überzeugt werden, freiwillig Geld für Inhalte zu bezahlen - sozusagen als monetäres Kompliment. Das englische Wort für schmeicheln, "to flatter", steckt auch im Namen des Dienstes.

Und so funktioniert es: Man legt sich unter flattr.com ein Konto zu und setzt dort einen monatlichen Betrag fest, den man ausgeben möchte. Betreiber von Websites können einen grün-organgefarbenen "Flattr"-Button neben ihren Inhalten platzieren. Der Nutzer kann dann zum Beispiel bei einem Artikel, der ihm gefällt, "flattrn", indem er auf den Knopf drückt.

Zahlt man monatlich 20 Euro ein und klickt auf die Flattr-Buttons von 50 Beiträgen, werden für jeden dieser Beiträge 40 Cent gutgeschrieben. Damit unterscheidet sich Flattr zum Beispiel vom Bezahldienst Kachingle, bei dem nicht einzelne Beiträge, sondern ganze Webauftritte unterstützt werden können.

Hinter dem Projekt aus Schweden steht ausgerechnet Peter Sunde, einer der Köpfe von "Pirate Bay". Die Internetseite ermöglichte den Tausch von Raubkopien - bis diese Praxis gerichtlich gestoppt wurde.

Nun also Flattr. Etwa 20 000 Nutzer zählt der Dienst bisher - nach dem Start im Frühjahr ist er noch in der Beta-Phase. Sunde zufolge kommen 40 Prozent der mit Flattr-Button versehenen Inhalte aus Deutschland. Die Online-Ausgaben der "taz" und der Wochenzeitung "der Freitag" machen mit - ebenso wie etwa das "Bildblog".