IT & Business Excellence

Serviceorientierung

Ein SOA-Musterprozess für die Logistik

Susanne Franke ist freie Fachjournalistin in München.
Studenten der Kühne School of Logistics and Management liefern einen in einer Service-orientierten Architektur (SOA) automatisierten Referenzprozess für Logistikabläufe.

Die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und die angeschlossene Kühne School of Logistics and Management stehen für Forschung und Lehre mit Schwerpunkt im Logistikbereich. Arbeitsgrundlagen sind dabei auch zukunftsweisende Konzepte wie Service-orientierte Architekturen (SOA) und Business-Process-Management (BPM). So hat sich das Forschungsprojekt "SOA in der maritimen Containerlogistik - Von der Prozessanalyse bis zur Implementierung" zum Ziel gesetzt, einen Referenzprozess auf der Basis von realen betrieblichen Abläufen dieser Branche zu definieren, zu modellieren und in einer SOA-Umgebung umzusetzen. In einer weiteren Entwicklungsstufe sollen diese Umschlagprozesse mit Hilfe der Radio Frequency Identification (RFID) beschleunigt und die Prozesse dementsprechend modifiziert werden. Die technische Grundlage des Projekts bilden die Lösungen aus der Webmethods-Produktfamilie von der Software AG.

Future Logistics

Seinen Ursprung hat das Projekt im Hamburger Arbeitskreis "Future Logistics", einem Zusammenschluss von Hamburger Logistikunternehmen wie Terminalbetreibern und IT-Dienstleistern. Im Rahmen dieses Arbeitskreises, an dem Thomas Will als Vertreter der technischen Universität teilnahm, wurde der Einsatz von RFID in der Container-Logistik untersucht. Dabei mussten die Experten feststellen, dass sie keine gemeinsame Grundlage für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema hatten, weil kein einheitliches Prozessverständnis existierte und keine Standardprozesse zu Verfügung standen. Daher fand der Vorschlag der Universität Zustimmung, gemeinsam einen Referenzprozess für die Umschlagabläufe zu definieren, zu modellieren und umzusetzen.

Voraussetzung für den praktischen Nutzen eines solchen Projekts war die möglichst nahe Ausrichtung des Szenarios an den realen betrieblichen Abläufen. Daher musste der Betreuer als technischer Vertreter gemeinsam mit den Logistikexperten eine Datensammlung vornehmen, die Abläufe definieren und dann die Prozesse in einem mehrstufigen Verfahren überarbeiten, bis alle Teilnehmer des Arbeitskreises dem fertigen Musterprozess zugestimmt hatten. Es entstand ein so genannter Metaprozess der eine gesamte multimodale Transportkette, angefangen von einem Depot, über die Versender und diverse Terminals, bis hin zum Empfänger und dessen Depot abbildet. Der Prozess beinhaltet 14 Subprozesse, die alle manuellen sowie informationstechnischen Arbeitsschritte während des Container-Umschlags abbilden. Dieser Ist-Prozess mit all seinen Unterabläufen soll dann die Basis für das zweite Projekt bilden, in dem die Kette mithilfe von RFID optimiert wird.

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