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Ein Navi findet keine Wasserstelle

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Bruno Baumann durchquerte allein die Wüste Gobi, kletterte auf höchste Berge und erklärt Managern, was sie aus solchen Erfahrungen lernen können.

CW: Sie sind bekannt für Ihre Expeditionen durch Wüsten und auf höchste Gipfel. Die unternehmen Sie oft allein. Vermissen Sie da keinen tragbaren Computer, mit dem Sie Kontakt zum Rest der Welt halten?

Bruno Baumann hat allein die Wüste Gobi durchquert und wird für die Expo in Shanghai die Seidenstraße begehen. Das Projekt versteht sich als "Straße des Dialogs". Es wird via Life-Stream im Internet übertragen. Baumann ist Gastredner bei der diesjährigen Preisverleihung zum CIO des Jahres 2009, den die COMPUTERWOCHE mit der CIO-Publikation verleiht.
Bruno Baumann hat allein die Wüste Gobi durchquert und wird für die Expo in Shanghai die Seidenstraße begehen. Das Projekt versteht sich als "Straße des Dialogs". Es wird via Life-Stream im Internet übertragen. Baumann ist Gastredner bei der diesjährigen Preisverleihung zum CIO des Jahres 2009, den die COMPUTERWOCHE mit der CIO-Publikation verleiht.
Foto: Bruno Baumann

Baumann: Wenn ich die intensive Naturerfahrung suche und das Alleinsein im Sinne von All-Eins-Sein, was dieser Begriff im ureigensten Sinne ja bedeutet, dann habe ich kein Bedürfnis, dies gleichzeitig der Welt mitzuteilen. Denn da geht es um eine Selbsterfahrung, also eher um eine Innen- und nicht eine Außenschau.

CW: Ganz so ohne Anbindung an die Menschheit kommen Sie wohl doch nicht aus. Sie checken via Satellitentelefon Ihre Mails. Stimmt`s?

Baumann: Es gibt Reisen und Projekte, die für mich in der Komfortzone stattfinden. Das können auch Trekkingtouren sein oder Wüstenwanderungen, bei denen ich mit einer Gruppe unterwegs bin, wobei Gepäck und Ausrüstung auf dem Rücken von Lasttieren befördert werden. Da gibt es zwar nirgendwo eine Steckdose, aber dafür viel Sonnenenergie. Bei solchen Touren habe ich ein Solarpanel dabei. Das speichert tagsüber während des Marsches die Sonnenenergie in einer Batterie, die ich dann abends im Zelt nutze, um per Satellit und Laptop zu kommunizieren. Auf diese Weise kann ich unterwegs meine wichtigste Post abarbeiten und gleichzeitig dient das moderne Kommunikationssystem der Sicherheit für den Fall der Fälle. Schließlich trage ich als Leader auch Verantwortung.

CW: Auf manchen Expeditionen sind Sie allerdings ohne Kontakt zu irgendwem. Man könnte daraus lernen, dass auch Normalsterbliche ohne das ständig umtriebige und geschwätzige Internet auskommen? Gibt es ein Leben ohne Internet?