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Ein Bild sagt mehr als 1000 Datensätze

27.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftler der Boston University haben eine neue Technik entwickelt, um komplexe Daten darzustellen. Anstatt pure Datensätze in einer Datenbank zu betrachten, stellen die Forscher Ereignisse wie zum Beispiel Sonnenwinde als hochauflösende dreidimensionale Bilder dar. Simulationen der DNA und von chemischen Reaktionen haben sie in ihren Tests mit Projektoren auf einer drei mal vier Meter großen Fläche ausgegeben. Für die Berechnungen verwendeten sie einen IBM-Supercomputer mit 96 Power-Prozessoren, der 500 Milliarden Rechenschritte pro Sekunde abarbeiten kann. Laut Projektleiter Glenn Bresnahan lassen sich durch die Visualisierung der Daten Entdeckungen machen, die im Betrachten der reinen Datensätze verborgen bleiben. Wie in alten 3D-Kinos müssen die Forscher Brillen mit roten und grünen Gläsern aufsetzen, um in die

dreidimensionalen Welten eintauchen zu können.

Das in Boston verwendete Computersystem kostet rund drei Millionen Dollar und besteht aus in einem Rack gebündelten Servern, die mit Linux betrieben werden, verrät Bresnahan. Das Rendern der Bilder übernimmt ein Cluster aus 52 Dual-Prozessor-Servern der IBM-Baureihe "X330". Acht Projektoren von NEC stellen das Bild dar. Sie werden von 24 Workstations gesteuert. Für weniger aufwändige Forschungszwecke lasse sich jedoch ein 3D-Visualisierungssystem schon ab 15.000 Dollar realisieren, meint der Wissenschaftler. (lex)