Augmented Reality

Ein Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die weltweite Aufregung um Pokémon Go hat die Metajobsuchmaschine Joblift veranlasst, den Arbeitsmarkt und die Jobs mit Augmented-Reality-(AR-)Bezug unter die Lupe zu nehmen.

Das aktuelle Aufsehen um das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go zeigt die wachsende Bedeutung miteinander verschmelzender realer und virtueller Welten auf. Jüngst berichteten die Medien von Spielern, die ihren Job kündigten, um sich ausschließlich als Pokémon Go Trainer zu betätigen. Die Metajobsuchmaschine Joblift untersuchte infolgedessen den Arbeitsmarkt, der rund um Augmented Reality entsteht. Wie kommt man zu einem Job, der sich mit dieser Technologie beschäftigt? Um welche Stellen handelt es sich und wo kann man diese ausüben?

Der Hype um das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go zeigt die wachsende Bedeutung miteinander verschmelzender realer und virtueller Welten.
Der Hype um das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go zeigt die wachsende Bedeutung miteinander verschmelzender realer und virtueller Welten.
Foto: Matthew Corley/ Shutterstock.com

Joblift stellt drei zentrale Faktoren heraus, die eine Karriere im deutschen AR-Bereich fördern: fachliche Kompetenzen in IT oder Design, ein Master-Abschluss sowie die Bereitschaft, in Berlin oder München zu leben.

AR-Branche überdurchschnittlich akademisiert

Ein Studienabschluss ist meist Voraussetzung, um im AR-Bereich durchzustarten. Analysiert man alle 420 Jobs im Bereich AR, die aktuell auf joblift.de veröffentlicht sind, so stellt man fest, dass in 49 Prozent aller Anzeigen für Festanstellungen explizit ein Master-Abschluss verlangt wird, in 13 Prozent ein Bachelor-Diplom und in zwei Prozent eine Promotion. Laut einer Erhebung der OECD aus dem Jahr 2015 beträgt die Akademisierungsrate in Deutschland 27 Prozent, so dass die AR-Branche als überdurchschnittlich akademisiert einzustufen ist.

Doch welche Ausbildung eröffnet gute Chancen, um an eine Stelle mit AR-Bezug zu gelangen? Ein Informatikstudium scheint eine gute Voraussetzung zu sein: 35 Prozent aller Stellenanzeigen wenden sich an IT-Spezialisten, insbesondere an Softwareentwickler. Ein beträchtlicher Teil der Jobs (zehn Prozent) wird außerdem an Designer vergeben, von User-Interface bis hin zu 3D-Designern. Je acht Prozent der Jobangebote richten sich an Mitarbeiter in der Forschung sowie an Marketing- und Vertriebsangestellte. Sechs Prozent der Stellen sollen mit Ingenieuren besetzt werden, in erster Linie Projektingenieuren. Abschlüsse in Medieninformatik, Computervisualistik und Game Design sind dabei neben dem klassischen Informatikdiplom besonders gefragt.

Mittlerweile entstehen auch Master-Studiengänge mit klarem AR-Fokus, die die Studierenden nicht nur mit den nötigen technischen Kompetenzen ausstatten, sondern auch deren Verständnis für die Übertragung auf industrielle Anwendungsfelder wie Luftfahrt, Automotive und Medizintechnik schärfen. So kann man etwa Multimedia / VR-Conception an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Serious Games and Virtual Reality an der Glasgow School of Art sowie Virtual and Augmented Reality an der Télécom SudParis studieren.

Automibilbranche sucht AR-Experten

Die meisten Jobs werden in Berlin und München (je zehn Prozent), Ingolstadt und Frankfurt am Main (je fünf Prozent) sowie Stuttgart und Hamburg (je vier Prozent) ausgeschrieben. Die Dominanz der süddeutschen Städte lässt sich vor allem durch die große Anzahl gesuchter AR-Experten in der Automobilbranche erklären (insgesamt 84 Stellen). Audi hat beispielsweise in Ingolstadt ein Center of Competence für Augmented und Virtual Reality eingerichtet. Auch die Gesundheitsbranche bietet mit 33 Stellenanzeigen Beschäftigungsmöglichkeiten, so etwa Firmen wie Brainlab in München oder das Central Institute of Mental Health in Mannheim. Daneben schaffen Digitalagenturen wie Exozet, Virtual Reality Netzwerke wie VIORAMA aber auch Forschungszentren wie Fraunhofer Arbeitsplätze für AR-Spezialisten.

In der Spieleindustrie bilden Stellen mit AR-Bezug nur zwei Prozent aller Jobs. All denjenigen, die an AR-Spielen wie Pokémon Go arbeiten möchten, bietet sich ein kleinerer Stellenmarkt in Deutschland. So zählt man lediglich 20 Jobs in der AR-Gaming-Industrie auf joblift.de. Mögliche Arbeitgeber sind beispielsweise Crytek, ein in Frankfurt am Main ansässiges Spieleentwicklungsunternehmen, Cluetivity, ein GPS-Spieleanbieter mit Sitz in Berlin sowie Nvidia, ein Visual Computing Anbieter mit mehreren Standorten in Deutschland. Der Einsatz von AR im Spielebereich scheint also recht klein zu sein, wenn man bedenkt, dass die gesamte Gaming-Industrie derzeit 896 Stellen auf joblift.de ausschreibt.