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Ehemaliger CA-Chef Kumar verlässt Unternehmen

04.06.2004

Sanjay Kumar legt mit sofortiger Wirkung alle seine Aufgaben bei Computer Associates nieder und verlässt das Unternehmen. Dies teilte Chairman Lewis Ranieri heute im Firmensitz in Islandia, US-Bundesstaat New York, mit. Kumar hatte bereits Ende April 2004 seinen Posten als CEO (Chief Executing Officer) geräumt und war seitdem als Chief Software Architect beschäftigt. Der Rücktritt kam wegen dessen umstrittener Rolle im Bilanzfälschungsskandal des Jahres 2000 zustande. Als CEO rückte Kenneth Cron, Mitglied des Verwaltungsrats, nach (Computerwoche.de berichtete).

Ihm sei in den vergangenen Tagen klar geworden, dass seine Weiterbeschäftigung bei CA die Fortentwicklung des Unternehmens behindere, begründete Kumar seinen jetzigen Schritt. Seine Rolle im Unternehmen war bereits seit längerem umstritten. So moniert die US-Börsenaufsicht, dass Bilanzen für das Jahr 2000 gefälscht worden sei. Damals war Kumar als President und COO (Chief Operating Officer) der Mann für das Tagesgeschäft. Der Bilanzfälschungsskandal hat sich im April 2004 erneut zugespitzt. Der viertgrößte Softwarehersteller der Welt entließ neun teils hochrangige Mitarbeiter, die mit dem Finanzskandal in Zusammenhang standen (Computerwoche.de berichtete).

Bislang prominentestes Opfer ist der ehemalige Finanzvorstand Ira Zar, der im Oktober 2003 gefeuert wurde und im April von der untersuchenden Behörde US Securities and Exchange Commission (SEC) und dem US-Justizministerium neben drei weiteren entlassenen CA-Managern als Zeuge aufgerufen wurde. Die SEC wie auch das Justizministerium sagten, dass ihre Untersuchungen der CA-Bilanzierungsmethoden noch nicht abgeschlossen seien. Bislang unklar ist, wie das weitere Verfahren gegen CA ausgeht und ob Kumar persönlich zur Rechenschaft gezogen wird.

Ende Mai hatte CA der US-Regierung die Zahlung von zehn Millionen Dollar Bußgeld angeboten, wenn die laufenden Ermittlungen beigelegt würden (Computerwoche.de berichtete). Außerdem wurden 2,2 Milliarden Dollar aus dem fragliche Zeitraum neu verbucht. (lex)