Storage-Administration

Effizienter mit Thin-Provisioning

Oliver Häußler arbeitet als freier Journalist und Moderator in der IT- und Telekommunikationsbranche. Seine journalistischen, wirtschaftlichen und technischen Erfahrungen sammelte der Kommunikationswissenschaftler während seiner über 20 Jahre langen Tätigkeit als Chefredakteur von renommierten Fachzeitschriften wie der Funkschau, FunkschauHandel, NetworkWorld und als Moderator von Kongressen, Webcasts und zahlreichen Podiumsdiskussionen.
Ein neues Schlagwort oder eine neue Methode zur Effizienzsteigerung? Nach der Virtualisierung der Speichersysteme kommt nun Thin-Provisioning. Was steckt dahinter?

Nicht nur in Zeiten der Krise sind Kosten ein zentrales Thema. Im Storage-Bereich konnten Rechenzentren und Unternehmen mit Virtualisierung und Konsolidierung bereits vielfach die Energie-, Unterhalts- und Anschaffungskosten sowie den Administrationsaufwand senken. Trotz dieser Schritte haben Speichersysteme häufig noch Kapazitäten frei, deren Nutzung eine höhere Auslastung und somit Effizienz bringt. Thin-Provisioning heißt ein neuerer Ansatz, der dies ermöglicht.

Thin Provisioning kann grob mit schlanker Speicherzuweisung übersetzt werden. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, das Speicherkapazität in virtualisierten Speicherumgebungen bereitstellt. Ein Autor in Wikipedia zieht einen nachvollziehbaren Vergleich, der die Funktionsweise von Thin-Provisioning verständlich macht: "Thin Provisioning kann man vergleichen mit dem von einem Elektrizitätswerk zur Verfügung gestellten Strom. Dieses garantiert dem Kunden eine maximale Leistung, die dieser beziehen kann. Trotzdem kann das E-Werk nur einen Teil dieser Maximalleistung allen Kunden gleichzeitig bereitstellen. Da aber niemals alle gleichzeitig die Maximalleistung beziehen, kommt es zu keinen Problemen."

Die Methode basiert darauf, dass Speicherressourcen nicht wie beim so genannten "Hard Provisioning" direkt den Anwendungen zugeordnet werden und als "dedicated Storage" für jede andere Anwendung geblockt sind. Bei Thin-Provisioning wird der Anwendung praktisch vorgespielt, es stünde mehr Speicher zur Verfügung als das im System tatsächlich der Fall ist. Belegt wird dieser Platz jedoch erst dann, wenn die Daten tatsächlich auf das Speichermedium geschrieben werden. Sollte der aktuelle Platz nicht reichen, sucht sich das System weitere Kapazitäten aus dem gesamten Speicher-Pool. Der Administrator kann festlegen, bis zu welchem Wert dies geschehen darf. Damit muss er sich um die Belegung der Speicher durch Anwendungen nicht mehr kümmern, sondern erst dann neue Kapazitäten einkaufen, wenn das System tatsächlich komplett ausgelastet ist. Das wird ihm automatisch vom System angezeigt.

Die Vorteile von Thin Provisioning sind einfachere Verwaltung und weniger Kosten. Allerdings eignet es sich erst ab einer bestimmten Größe mit Speichersystemen, auf denen viele Anwendungen laufen.