Israel ist potentieller Markt für Second-hand-Maschinen:

EDV-Importeure überschätzten den Markt

20.01.1978

TEL AVIV (ee) - Fast aufs halbe Volumen ist 1977 der israelische EDV-Markt durchgesackt. Nach einem Einfuhrwert von 49,483 Millionen US-Dollar im Jahr 1976 notiert die Importstatistik für 1977 nur noch 27,843 Millionen Dollar. Ursache: Das Oberfinanzamt in Jerusalem hatte Kleinbetriebe mit einem Jahresumsatz bis zu

75 000 israelischen Pfund (8250 Mark) von der Anschaffung einer normierten elektronischen Registrierkasse enthoben, die mit der Einführung der gesetzlichen Buchführungspflicht am 1. 4. 1975 für alle anderen Unternehmen obligat geworden sind.

Von 26 800 Registrierkassen, aus elf L ändern importiert, blieben die Händler auf 17 100 sitzen; auch der Versuch, die Maschinen zum Selbstkostenpreis abzustoßen, schlug fehl.

Der erhebliche Aufwand für die Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung veranlaßte die israelischen Behörden, die wirtschaftliche Nutzung der bereits installierten Computer und Registrierkassen zu untersuchen. Aus dem Bericht geht hervor daß die Computer teilweise zu groß sind, manchmal nur zur 30 bis 40 Prozent ausgelastet sind und häufig unter falschen Voraussetzungen beschafft werden. Allerdings wurde ein starkes Interesse an Gebrauchtanlagen festgestellt. Israel sei, so geht aus der Studie hervor, ein potentieller Absatzmarkt für derartige Geräte. Kenner des Marktes rechnen mit einem Anfangsabsatz von 1,8 bis 2,2 Dollar im Jahr bei jährlichen Zuwachsraten von etwa 30 Prozent.