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EDS nimmt seinen Ausblick zurück

02.08.2007
Electronic Data Systems (EDS) arbeitet unter sich verschlechternden Bedingungen im Outsourcing-Markt weiter an seinem Turnaround, hat allerdings eine vorsichtige Prognose für das laufende Quartal abgegeben.

EDS meldete für das Ende Juni abgeschlossene Quartal einen Nettogewinn von 138 Millionen Dollar oder 26 Cent pro Aktie, 33 Prozent über den 104 Millionen Dollar oder 20 Cent aus der vergleichbaren Vorjahreszeit. Den Umsatz steigerte der Service-Riese mit Hauptsitz in Plano, Texas, im Jahresvergleich von 5,194 Milliarden Dollar um 4,9 Prozent auf 5,449 Milliarden Dollar. Positiv entwickelten sich auch die Auftragslage und die Diversifizierung über das Outsourcing-Kerngeschäft hinaus in Richtung Back-Office- und Software-Dienstleistungen.

Allerdings senkte EDS den Wert seiner für das gesamte Fiskaljahr erwarteten Deals von über 23 Milliarden Dollar auf 23 Milliarden Dollar. Im Vorjahr, in dem der Konzern allerdings drei außergewöhnliche große Abschlüsse unter Dach und Fach gebracht hatte, hatte das Volumen noch 26 Milliarden Dollar betragen. Für das laufende Quartal (30. September) erwartet EDS außerdem nur 37 bis 43 Cent pro Aktie Pro-forma-Gewinn; die Wall Street erwartet im Schnitt 43 Cent. Last, but not least nahmen die Texaner ihre Erwartung für den freien Cash Flow im Geschäftsjahr 2007 von einer bis 1,1 Milliarden Dollar auf 900 Millionen bis eine Milliarde Dollar zurück.

EDS legte seine Zahlen gestern kurz vor Schluss der US-Börsen vor. Die Aktie fiel daraufhin zum Fixing um fast drei Prozent auf 26,27 Dollar und gab dann im nachbörslichen Handel nochmals um drei Prozentpunkte auf 25,50 Dollar nach.

Im Outsourcing-Markt geht es zunehmend härter zu. Billigere Konkurrenten in Indien und China bieten solche Service inzwischen ebenfalls an, außerdem sind die meisten Aufträge von Unternehmen kleiner als in der Vergangenheit gewohnt. In den USA steht EDS außerdem unter wachsendem Druck durch Wettbewerber wie IBM und Computer Sciences Corp. (CSC). "Es gibt ein paar ermutigende Trends, aber nicht genug, um das traditionelle Geschäft attraktiv zu machen", sagt Rod Bourgeois, Senior Research Analyst bei Sanford Bernstein.

Der kommende EDS-Chef Ronald Rittenmeyer, zurzeit President und Chief Operating Officer (COO) erklärte in einem Interview, EDS erwarte einen starken Jahresschluss und habe mehr als 50 "Megadeals" mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Dollar in der Auftrags-Pipeline. (tc)