Kompromiss gefunden

EDS-Mitarbeiter ringen HP weniger Entlassungen ab

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Nach monatelangem Arbeitskampf haben EDS-Arbeitgeber und die streikenden EDS-Mitarbeiter einen Kompromiss gefunden. Statt knapp 900 gibt es nur 300 Entlassungen.

Die Einigung zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sieht vor, dass es bei der EDS OS GmbH nicht wie geplant 839, sondern höchsten 300 betriebsbedingte Kündigungen geben wird. Sie sollen frühestens nach dem 30. September 2009 ausgesprochen werden. Bis Ende September betreibt das Management ein Abfindungsprogramm, um Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Sollten mehr als 200 EDS-Kollegen das Angebot annehmen, wird die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen entsprechend reduziert. Damit werden höchstens 500 Mitarbeiter EDS verlassen. Allerdings werden die EDS-Standorte in Essen, Köln (Bonner Straße), Leuna und Ludwigsburg geschlossen. Im Rahmen des Personalabbaus gründet EDS zudem Transfergesellschaften, in denen Betroffene ein Jahr beschäftigt und geschult werden.

Geeinigt haben sich die Partner auch auf die Konditionen des Betriebsübergangs zu HP, der voraussichtlich im Herbst 2009 stattfinden wird. Demnach tastet HP das Gehalt der EDS-Mitarbeiter nicht an. Künftige Entgelterhöhungen bei HP werden auf das volle Grundgehalt angerechnet. Auch die Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung bei EDS bleiben unberührt und werden rechtlich abgesichert sein.

Die Gewerkschaften Verdi und IG Metall setzen den schon vier Wochen währenden Streik aus. Am Samstag wird die Tarifkommission der beiden Gewerkschaften das Verhandlungsergebnis beraten. Voraussichtlich kommende Woche entscheiden dann die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter bei EDS in einer zweiten Urabstimmung darüber, ob sie den ausgehandelten Kompromiss akzeptieren und ihren Streik endgültig beenden. (jha)