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EDS-Gewinn steigt dank Sondererlöse

29.07.2004

Der IT-Dienstleister Electronic Data Systems ( EDS ) konnte im zweiten Quartal Umsatz sowie Nettogewinn verbessern und damit die reduzierten Erwartungen erfüllen. Allerdings hatte der Serviceriese im Berichtszeitraum weiterhin Schwierigkeiten mit zwei Großaufträgen. Ohne Sondererlöse hätte das Unternehmen aus Plano, Texas, sogar einen Verlust verbucht.

Wie der weltweit zweitgrößte IT-Serviceanbieter nach IBM bekannt gab, stieg der Nettoprofit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 88 Millionen auf 270 Millionen Dollar oder 54 Cent pro Aktie. Dabei profitierte EDS jedoch ausschließlich von dem Verkauf seiner Softwaresparte UGS PLM Solutions. Die Sondererlöse in Höhe von 404 Millionen Dollar sowie Restrukturierungskosten und andere Aufwendungen in Höhe von 175 Millionen Dollar ausgeklammert, verbuchte die Company dagegen einen (Pro-forma-)Verlust von 16 Millionen Dollar oder drei Cent je Anteil. Die Einnahmen kletterten um vier Prozent von 5,06 Milliarden auf 5,24 Milliarden Dollar.

CEO und Chairman Michael Jordan erklärte sich äußerst zufrieden mit den Ergebnissen im Berichtsquartal. Der Umsatz habe am oberen Rand der Prognose gelegen, während der Nettoprofit den Erwartungen entsprochen habe. Gleichzeitig ziehe das Kerngeschäft nun wieder an. Die Texaner fuhren im vergangenen Dreimonatszeitraum Aufträge im Wert von vier Milliarden Dollar ein, das entspricht einem Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Weniger erfreulich ist allerdings die Entwicklung bei bestehenden Verträgen, etwa dem Deal mit dem US-Navy Marine Corps. Konzernchef Jordan geht nun davon aus, dass der Vertrag im laufenden Geschäftsjahr mit einem Minus von 59 bis 63 Cent pro Aktie zu Buche schlägt, bislang hatte EDS hier nur mit Verlusten zwischen 51 und 61 Cent pro Anteil gerechnet.

Mit einem anderen – nicht näher genannten – Outsourcing-Kunden (Computerwoche.de berichtete) habe sich das Unternehmen inzwischen gütlich auf die Beendigung des Vertrags geeinigt, erklärte Finanzchef Robert Swan. Die Texaner werden die Auftragsarbeiten zum 1. August zu beenden, im Anschluss allerdings noch für sechs Monate Übergangsdienste bereitstellen. Aufgrund dieser Services sei mit zusätzlichen Verlusten von 90 Millionen Dollar im laufenden Jahr sowie 20 Millionen Dollar im nächsten Jahr zu rechnen, so Swan. Bisheriges Resultat seien Rückstellungen in Höhe von 135 Millionen Dollar im Berichtsquartal gewesen.

Im laufenden dritten Quartal erwartet EDS einen Pro-forma-Profit von fünf bis zehn Cent je Aktie, einen Verlust von bis zu 16 Cent durch den Navy-Deal bereits eingerechnet. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hatte der Dienstleister bereits vor zwei Wochen reduziert. Die Texaner stellen nun nur noch einen Pro-forma-Profit von 20 bis 30 Cent je Aktie in Aussicht, zuvor hatte die Spanne zwischen 20 und 40 Cent je Aktie gelegen. Die Umsatzerwartung von 20 bis 21 Milliarden Dollar wird dagegen beibehalten. (Computerwoche.de berichtete). (mb)