Gartner empfiehlt die Nutzung der Ereignisverarbeitung

Echtzeit Analyse durch Event Processing

Dipl. Inform. Johann Baumeister blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Softwareentwicklung sowie Rollout und Management von Softwaresystemen zurück und ist als Autor für zahlreiche IT-Publikationen tätig. Sie erreichen ihn unter jb@JB4IT.de
Weil sich Geschäftsprozesse beschleunigen und die Menge der digitalen Ereignisse regelrecht explodiert, müssen Unternehmen lernen, die Ereignisverarbeitung zu beherrschen, so das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner. Gartner-Analyst Roy Shulte und K. Many Chandy, Professor am California Institute of Technology erklären in einem neuen Fachbuch, wie das geht.

Bei der noch recht neuen Disziplin des Event Processing werden die digitalen Ereignisse jeglicher IT-Systeme in einen Zusammenhang gebracht und ausgewertet. Das Verfahren erweitert die bisherigen Ansätze von Business Intelligence um die Echtzeitverarbeitung von Geschäftsereignissen. Die Grundlagen dazu werden durch die Techniken der Event-Driven Architecture (EDA) gebildet. Darauf setzen die Verfahren des Complex-Event Processing (CEP) auf. Sie führen die in EDA bestimmten Grundlagen fort.

Foto: Mcgraw-Hill Professional

Wie moderne Systeme für Event Processing genutzt werden, zeigt das kürzlich erschienene Buch "Event Processing: Designing IT Systems for Agile Companies" von Roy Schulte, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner und K. Mani Chandy, Simon Ramo Professor am California Institute of Technology in Pasadena.

Durch die CEP-Verfahren sollen die einfachen und grundlegenden Ereignisse korreliert und gebündelt werden und zu einen besseren Übersicht über die Gesamtlage führen. Damit wird die Entscheidungsfindung für geschäftliche Prozesse mit besseren und fundierten Informationen versorgt.

Event Processing ist reaktiv und vorausschauend

"Event-driven CEP nimmt damit Anleihen von Business Intelligence mit Echtzeitcharakter. Es kombiniert einzelne Ereignisse zu einem größeren Ganzen und hilft geschäftliche Möglichkeiten oder auch Bedrohungen besser und frühzeitig zu erkennen", führt Roy Schulte weiter aus. "Konventionelle BI-Techniken sind zeitgesteuert oder ereignisgesteuert. Complex Event Processing hingegen ist reaktiv. Dabei werden vergangene Ereignisse einbezogen und diese korreliert. Auch beinhaltet CEP einen vorausschauenden (predictive) Charakter und versucht, aus den Ereignissen der Vergangenheit eine Abschätzung für zukünftige Ereignisse abzuleiten. Die Grundlage dafür stellen bekannte und historische Muster (Patterns) dar.

Geschäftsprozesse müssen angepasst werden

Roy Schulte warnte gleichzeitig davor, die Ziele, die durch Event Processing zu erreichen sind, durch eine einfache Beschleunigung der bestehen Prozesse erreichen zu wollen. Dies wird nicht gelingen, so der Analyst. Stattdessen müssen die Unternehmen fundamentale Änderungen in der Architektur ihrer Geschäftprozesse vornehmen und diese an den Forderungen nach Event Processing ausrichten.

Das Buch "Event Processing: Designing IT systems for Agile Companies" kann online über die bekannten Kanäle bezogen werden; wie zum Beispiel bei Amazon.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.gartner.com/it/products/research/media_products/EP_book/index.jsp

http://www.youtube.com/watch?v=b6Lb0FRojXM