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"NYT"

EBay kündigt heute den Verkauf von Skype an

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Einem Pressebericht zufolge ist der Skype-Verkauf von eBay ausgemachte Sache und wird heute angekündigt.
Marc Andreessen sitzt bereits im Board von Skype. (Foto: Joi Ito via flickr)
Marc Andreessen sitzt bereits im Board von Skype. (Foto: Joi Ito via flickr)

Das schreibt die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf zwei Insider. Skype geht demnach an private Investoren (das hatte zuvor bereits, wenn auch mit weniger Details der Branchendienst "TechCrunch" kolportiert), darunter vermutlich die beiden Netscape-Urgesteine Marc Andreessen und Ben Horowitz sowie die beiden Wagniskapitalgeber Index Ventures (sitzt in London und war schon ein früher Skype-Investor) und Silver Lake Partners.

Über den möglichen Kaufpreis ist nichts durchgesickert. EBay hatte in der Vergangenheit aber erklärt, es wolle rund zwei Milliarden Dollar für Skype, das in diesem Jahr mehr als 600 Milionen Dollar Umsatz anpeilt.

EBay hatte Skype im Jahr 2005 übernommen und damals Google und Yahoo! überboten. Mehr als 3,1 Milliarden Dollar zahlte die Handelsplattform seinerzeit (Zahlungen an die Skype-Gründer Niklas Zennström und Jonas Friis eingerechnet). Später musste eBay aber 900 Millionen Dollar davon abschreiben, nachdem sich relativ schnell herausgestellt hatte, dass eine Integration von Skype in die vorhandenen Properties sich nicht sinnvoll und gewinnbringend umsetzen ließ.

Zuletzt hatte eBay dann angekündigt, es wolle Skype im kommenden Jahr an die Börse bringen und damit auf eigene Füße stellen. Trotzdem verhandelte eBay weiter mit interessierten Parteien über einen Verkauf. Mit Zennström und Friis kam dabei kein Deal zustande; die Skype-Gründer haben überdies bei einem Gericht in Großbritannien eine Klage eingereicht, in der sie auf ihre Rechte an der Peer-to-peer-Technik pochen, welche die technische Grundlage von Skype bildet. Diese Klage soll im kommenden Jahr verhandelt werden.

Im vergangenen Monat verhandelte eBay laut "New York Times" auch mit Google. Der Internet-Konzern habe die Gespräche aber schließlich abgebrochen, unter anderem aus Angst von andauernden und teuren Rechtsstreiten und Stress mit Mobilfunk-Carriern, die das von Google initiierte Handy-Betriebssystem Android einsetzen.