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Ebay-Gründer Pierre Omidyar mischt sich ins Deutschlandgeschäft ein

10.03.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch wenn Ebay-Gründer Pierre Omidyar (32) nicht mehr selbst als CEO (Chief Executive Officer) offiziell die Geschicke des Internet-Auktionshauses, nimmt er doch hinter den Kulissen noch allerhand Einfluss. Derzeit kümmert sich Omidyar unter anderem verstärkt um die internationale Strategie des Unternehmens. Seinen enormen Erfolg in den Vereinigten Staaten konnte Ebay in Großbritannien und hierzulande bislang nicht wiederholen - nicht zuletzt aufgrund der unerwartet starken Konkurrenz von QXL.com respektive Ricardo.de.

Mit den Leistungen der jungen Führungsmannschaft von Ebay.de, vormals Alando.de, ist das amerikanische Mutterhaus offensichtlich nicht besonders zufrieden. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" wurde Omidyar gefragt, ob er nicht befürchte, die Gebrüder Samwer & Co. könnten sich zu neuen Ufern aufmachen, um andere Firmen aufzubauen. Antwort des Ebay-Gründers: "Ich hoffe, sie können ihre Interessen innerhalb von Ebay verfolgen. Wir haben eine Menge neue Bereiche, die es zu führen gilt - zum Beispiel den Zugriff über Mobiltelefon. Was aber den Ausbau des Geschäfts in Deutschland angeht, stellen wir gerade ein Management-Team zu ihrer Unterstützung auf. Ich als Gründer sehe hier einfach die Notwendigkeit [erfahrene Manager ins Boot zu holen]. Wir haben von Boston Consulting einen Managing Director für Deutschland angeheuert."

Auf die Frage, ob Ebay in Europa schon Gewinn mache, räumte Omidyar ein, man befinde sich noch in der Investitionsphase. Der Markt sei weit komplexer als seinerzeit beim US-Start im Jahr 1995, und man müsse "eine Menge" investieren, um das Geschäft in Gang zu bringen.