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eBay erhöht Gebühren für Händler - trotz guter Geschäftszahlen

20.07.2006
Das Internet-Auktionshaus eBay hat mit seinen Ergebnissen im zweiten Quartal die Markterwartungen getroffen.

Bei Vorlage der Zahlen am Mittwoch in San Jose kündigte das US-Unternehmen an, einige seiner Preise erhöhen und für eine Milliardensumme Aktien zurückkaufen zu wollen. Die Aktie zeigte sich im nachbörslichen Handel sehr fest und kletterte zwischenzeitlich um viereinhalb Prozent.

Das Auktionshaus verzeichnete beim Überschuss - berechnet nach neuen Bilanzierungsregeln (GAAP) - in den Monaten April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 14 Prozent auf 250 Millionen US-Dollar oder 17 Cent je Aktie. Ohne Berücksichtigung dieser Umstellung (Non-GAAP) verdiente eBay im abgelaufenen Quartal 24 (22) Cent je Aktie und traf damit die Durchschnittsschätzungen der Analysten. Der Umsatz kletterte wie erwartet um 30 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar.

Für das laufende dritte Quartal stellt der Konzern vor Kosten für Aktienoptionen einen Gewinn je Aktie von 22 bis 23 Cent in Aussicht und damit ein bis zwei Cent weniger als von Analysten erwartet (Prognose 24 Cent). Allerdings ist eBay bereits bekannt dafür, mit seinen Prognosen eher vorsichtig zu sein. Für das Gesamtjahr 2006 erwartet eBay einen Umsatz von 5,7 bis 5,9 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,98 bis 1,01 Dollar.

Höhere Gebühren

Das Auktionshaus machte bei Vorlage der Zahlen deutlich, dass es mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. Die Aktie liegt derzeit rund 55 Prozent unter ihrem Wert Ende 2004. Daher will der Konzern vom 22. August an einige Gebühren für Händler erhöhen, die über eBay Produkte verkaufen. Im Schnitt liegt die Preiserhöhung bei sechs Prozent.

Betroffen von den Gebührenanhebungen ist ausschließlich der Bereich "Store Inventory", über den bis zu 541.000 Läden weltweit Produkte verkaufen. Die Gebühren für die Auktionsbereiche, denen eBay seine jüngsten Erfolge verdankt, bleiben unverändert. Damit sollen nach Aussage von Vorstandschefin Meg Whitman mehr Nutzer in dieses populäre Format gelockt werden. "Wir wollen wieder zurück zum Kern von eBay", sagte sie. Die Läden, die eBay als Plattform nutzen, hätten die "Magie von eBay" verwässert. Ende Juni waren bei eBay insgesamt 203 Millionen Nutzer registriert.

Aktienrückkauf

Mit dem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm - dem ersten in der fas achtjährigen Geschichte - will eBay darüber hinaus den schwächelnden Aktienkurs stützen. Dieser hatte unter der Sorge über den immer härteren internationalen Wettbewerb gelitten. Insgesamt will der Konzern in den nächsten zwei Jahren Papiere im Wert von zwei Milliarden Dollar zurückkaufen. (dpa/tc)