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Earthlink-Mitgründer Slatkin droht lange Haftstrafe wegen Betrugs

27.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Reed Slatkin (53), einst Mitgründer des Internet-Service-Providers Earthlink, hat sich vor einem US-Bezirksgericht des Betrugs, der Geldwäsche sowie der Verschwörung in insgesamt 15 Fällen für schuldig bekannt. Slatkin, nebenbei Ordained Minister (Geweihter Minister) der Church of Scientology, hatte über 15 Jahre hinweg Anleger mit einem nicht lizenzierten "Investment-Club" hinters Licht geführt. Zu seinen Opfern gehören Prominente wie "Pearl-Harbor"-Produzent Armyan Bernstein, die Fox-News-Anchorwoman Greta van Susteren und Hale Milgrim, früherer Chairman von Capital Records. Slatkin drohen nun insgesamt 105 Jahre Haft; ein stellvertretender Staatsanwalt tippt allerdings realistisch auf zwölf bis 15 Jahre.

Slatkin, der sich selbst als genialen Investor und Analysten verkaufte, versenkte laut "Wall Street Journal" das Geld seiner Kunden in defizitäre Immobilien, todgeweihte Hightech-Startups und seine eigene Schickeria-Siedlung im kalifornischen Santa Barbara. Sein einziger echter Erfolg war eine Anschubfinanzierung bei Earthlink, die in besten Zeiten im Jahre 1999 plötzlich mehr als 200 Millionen Dollar wert war. Slatkin verließ das Board des ISP im vergangenen Jahr; das Unternehmen hat sich inzwischen von ihm distanziert. (tc)