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Earth-Simulator-Nachfolger besteht aus Opteron-Servern von Sun

15.11.2005
Das Tokyo Institute of Technology will den womöglich größten Supercomputer Japans bauen - ausgerechnet aus Sun-Servern mit Opteron-Prozessoren von AMD.

Das geplante System soll mit zusammen 5240 Dual-Core-Opteron-Prozessoren arbeiten und bereits im kommenden Frühjahr eine Rechenleistung von 100 Teraflops erzielen. Es wäre damit das rechenstärkste in Asien und käme unter die fünf schnellsten Numbercruncher weltweit.

Mit der Ankündigung, die laut "Wall Street Journal" noch heute erfolge könnte, treten nationalistische Töne erfreulicherweise im Supercomputer-Wettrennen zwischen den USA und Japan wieder ein wenig in den Hintergrund. Japans derzeit stärkster Rechner "Earth Simulator" wurde 2002 mit Technik realisiert, die mehrheitlich von heimischen Hersteller NEC stammte. Die USA, seinerzeit in puncto Rechenleistung ins Hintertreffen geraten, reagierten darauf mit einer Gegenoffensive und planten verschiedene größere Supercomputer an Institutionen wie dem Lawrence Livermore National Lab.

Laut Satsuoshi Matsuoka, Professor am für das Projekt verantwortlichen Institut, wurden die Opteron-Server vor allem deshalb ausgewählt, weil der neue Rechenknecht als Cluster realisiert werden soll. Solche Systeme bestehen zumeist aus Commodity-Hardware und laufen unter Linux - anders als etwa der proprietäre Vektorrechner Earth Simulator.

Obwohl diesmal kein Techniklieferant, wird NEC bei der Integration der US-amerikanische Hardware helfen. "Das ist eine echt internationale Partnerschaft", erklärte Matsuoka und bestätigte, das Offizielle aus der japanischen Regierung das Geschäft abgesegnet hätten. Sun ist natürlich mit Freude von der Partie - der neue Rechner wird erheblich größer als alles, was der Hersteller bislang im Supercomputerbereich abgeliefert hat. In der gestern veröffentlichten Top-500-Liste der stärksten Numbercruncher weltweit finden sich gerade fünf Maschinen mit Sun-Technik.

Für Japan ist die neue Maschine nur ein erster Schritt in Richtung einer massiven Weiterentwicklung - bis 2011 soll kaut Matsuoka ein 100-mal leistungsfähigerer Rechner aufgebaut werden.

Ein paar weitere interessante Details zur neuen Top 500 wären noch nachzureichen: Der Anteil von Itanium-basierenden Systemen sinkt rapide. Im November 2002 waren 84 gelistet, im Juni dieses Jahres 79 - jetzt sind es gerade noch 46. Im Aufwind ist dafür der Opteron - nach 25 Maschinen im Juni haben es jetzt bereits 55 in die Top 500 geschafft. Außerdem finden sich auf den ersten 20 Plätzen der aktuellen Liste auch zwei, die aus "Xserve"-Rackmount-Servern von Apple zusammengesetzt sind - der "Mach 5" von US-Armee und NASA auf Rang 15 sowie das "System X" der Hochschule Virginia Tech auf Platz 20. (tc)