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EAI-Forum: SOA treibt das intelligente Unternehmen

05.04.2006
Prozessorientierung und Service-orientierte Architekturen (SOA) stehen im Mittelpunkt des Business Integration Forum 2006.

Bereits seit 1998 richtet IIR Deutschland das jährliche EAI-Forum aus. Ursprünglich als Fachkonferenz für Enterprise Application Integration (EAI) konzipiert, deckt die Veranstaltung heute eine breite Themenpalette ab. Sie reicht von Integrationstechniken, Business Process Management (BPM) und Business Activity Monitoring (BAM) bis hin zu Service-orientierten Architekturen. Weil Integrationsprojekte sich nicht mehr auf Applikationen beschränken sondern über Unternehmensgrenzen hinweg geplant werden, trägt die diesjährige Veranstaltung in Frankfurt am Main (3. bis 5. April) den Namen Business Integration Forum. Rund 60 Experten und 40 Aussteller aus der IT-Industrie präsentieren Vorträge und Produkte, die Veranstalter rechnen mit etwa 650 Besuchern.

Als Vorsitzender der Fachkonferenz stellte der unabhängige Analyst Wolfgang Martin "das intelligente Unternehmen" in den Mittelpunkt seiner Eröffnungsrede. Nicht mehr ganz neu ist die Erkenntnis, dass dessen wichtigste Eigenschaft eine konsequente Prozessorientierung ist. Als technische Basis propagieren die Experten nun seit rund zwei Jahren eine Service-orientierte Architektur. "Eine SOA trennt die in Applikationen abgebildete Geschäftslogik von der Prozesslogik", führte Martin aus. Dabei bilde die SOA lediglich eine Infrastruktur, deren Rentabilität sich kaum beziffern lasse: "Der Return on Investment (RoI) kommt nicht von einer SOA, sondern von den implementierten Prozessen."

Die vielfach zitierte und vor allem von Herstellern versprochene Wiederverwendbarkeit von Software-Services spielt in der Praxis häufig nicht die entscheidende Rolle, so Martin. Zu diesem Schluss kam auch der US-amerikanische Integrationsexperte David Linthicum in seinem Vortrag. Das wichtigste Motiv für SOA-Projekte liegt nach seiner Erfahrung in der Agilität und Flexibilität, die sich Unternehmen hinsichtlich der IT-Unterstützung ihrer Prozesse versprechen. Dahinter steckt die Hoffnung, schneller auf veränderte Geschäftsanforderungen reagieren zu können.

Dennoch sind echte SOA-Projekte zumindest in Deutschland nach wie vor rar, auch das zeigte die Veranstaltung. Neben prominenten Beispielen wie dem bereits vor acht Jahren initiierten SOA-Vorhaben der Schweizer Großbank Credit Suisse präsentierte unter anderem der Automobilhersteller Audi seine Pläne. Die SOA-Roadmap des Unternehmens reicht bis in das Jahr 2015, erläuterte Armin Büttner, CTO der Audi-Markengruppe im VW-Konzern. Gegenwärtig seien Geschäftsprozess- und Anwendungslogik noch überwiegend starr in Anwendungen programmiert. Mithilfe einer SOA wolle Audi vor allem "das Wachstum managen". Bis zum Jahr 2015 plane das Management, die Produktion von rund 800.000 auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zu erhöhen, das Produktportfolio soll sich bis dahin verdoppeln. Doch auch die Ingolstädter stehen mit ihrem Vorhaben noch ganz am Anfang, räumte der Manager ein. Im Rahmen eines Pilotprojekts gelte es zunächst, ein gemeinsames Verständnis von SOA im Unternehmen zu entwickeln. (wh)