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EA nimmt mit Hasbro Gelegenheits-Gamer aufs Korn

10.08.2007
Electronic Arts (EA) hat sich bis zum Jahr 2013 exklusive die Rechte gesichert, Spieleklassiker wie "Monopoly" und "Scrabble" von Hasbro in digitaler Form zu vermarkten.

EA will sich so einen größeren Anteil vom Markt der sogennanten Casual Games sichern - damit sind leicht erklärte PC- und Videospiele gemeint, die ohne ressourcenfressende 3D-Engines und epische Storylines auskommen. Solche Gelegenheitsspiele haben sich bei der Gewinnung neuer Zielgruppen wie Frauen oder ältere Spieler als besonders effektiv erwiesen.

Casual Games sind üblicherweise auch für weit mehr Endgeräte erhältlich. Sie bedienen nicht bloß die aktuelle Konsolengeneration (Xbox 360, PS3, Wii) und hochgerüstete Gamer-PCs, sondern laufen auch auf Mobiltelefonen, tragbaren Konsolen wie Nintendo DS oder PSP. "Casual Gaming ist im Mobilsektor in den letzten sechs bis zwölf Monaten regelrecht explodiert und hat sich mit Verfügbarkeit der Wii auch im Konsolenmarkt bewiesen", erklärte Mark Blecher, Senior Vice President von Hasbro.

Der analoge Spieleriese aus Rawtucket, Rhode Island, hat in der Vergangenheit schon Lizenzen für Spiele wie Monopoly an allerlei Anbieter von digitalen Spielen vergeben. EA wird die meisten davon übernehmen, wenn die entsprechenden Verträge auslaufen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Die Rechte für Spiele auf Basis von "Transformers" (dazu kommt demnächst ja auch ein Kinofilm) bleiben beim EA-Rivalen Activision.

Mit Online-Gelegenheitsspielen für den PC wurden im vergangenen Jahr in den USA 380 Millionen Dollar umgesetzt, ein gegenüber den 4,78 Milliarden für Konsolenspiele vergleichsweise kleiner Erlös. Allerdings gibt es bei Casual Games ein deutlich höheres Wachsum - Pacific Crest Securities geht laut "Wall Street Journal" davon aus, dass der Markt dieses Jahr um 35 Prozent auf dann 512 Millionen Dollar zulegen wird. (tc)