Mutter KPN noch desolater

E-Plus im ersten Quartal unter Druck

23.04.2013
Der hohe Preisdruck im Mobilfunkmarkt hat den drittgrößten deutschen Anbieter E-Plus im ersten Quartal 2013 deutlich gebremst.
Fahnen vor der Zentrale von E-Plus in Düsseldorf
Fahnen vor der Zentrale von E-Plus in Düsseldorf
Foto: E-Plus

Die Erlöse seien um knapp sieben Prozent auf 714 Millionen Euro geschrumpft, teilte die Tochterfirma der niederländischen KPN am Dienstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich wegen höherer Ausgaben für Kundengewinnung und Marketing sowie für den Ausbau des Datennetzes um 36 Prozent auf 195 Millionen Euro. Ende März telefonierten 23,9 Millionen Kunden im E-Plus-Netz, davon waren ein Drittel Vertragskunden.

E-Plus hatte im vergangenen Jahr im Preiskampf eine neue Runde eingeläutet. Der Anbieter versucht Kunden mit Günstigpreisen zu locken. Darunter leidet bisher die Profitabilität. Zudem steckt E-Plus-Chef Thorsten Dirks Geld in das Netz, um es für die Anforderungen stark steigender Datennutzung fit zu machen. Er setzt auf höhere Bandbreite und Geschwindigkeit. Bis Mitte dieses Jahres sollen sämtliche Basisstationen mit hoher Bandbreite an das Basisnetz angeschlossen werden.

Zentrale von KPN in Den Haag
Zentrale von KPN in Den Haag
Foto: KPN

Bei der Muttergesellschaft KPN schrumpfte der Umsatz um 4,3 Prozent und der Nettogewinn sogar um 56 Prozent. Sie will deswegen ihre Dividende für zwei Jahre streichen. Die Aktionäre sollen wegen der geplanten Kapitalerhöhung für die Jahre 2013 und 2014 keine Gewinnausschüttung erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Den Haag mit. Zuvor wollte das Unternehmen eine Dividende für die beiden Jahre ausschütten.

Die Aktien fielen im frühen Handel um 0,88 Prozent auf 2,689 Euro. Eine gestrichene Dividende sei für die Aktionäre immer eine schlechte Nachricht, sagte ein Analyst. Andererseits mache das Unternehmen, was nötig sei. "KPN muss in sein Geschäft investieren, um langfristig überleben zu können."

KPN-Chef Eelco Blok will und muss Schulden abbauen.
KPN-Chef Eelco Blok will und muss Schulden abbauen.
Foto: KPN

Im ersten Quartal ist der Gewinn unter dem Strich um 54 Prozent auf 140 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz schrumpfte um neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Neben dem Verkauf des IT-Serviceproviders Getronics wirkte sich dabei vor allem der Wettbewerbsdruck im Mobilfunkgeschäft aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um zwölf Prozent auf 994 Millionen Euro zurück. Damit übertraf das Unternehmen dennoch die Schätzungen der Analysten.

Die Niederländer wollen sich vier Milliarden Euro frisches Geld beschaffen. Davon sollen drei Milliarden über eine Kapitalerhöhung fließen, der Rest über Hybridanleihen. Anfang April hatte Unternehmenschef Eelco Blok für diesen Schritt die Zustimmung der Aktionäre erhalten. Mit dem Geld will Blok vor allem Schulden abbauen. (dpa/tc)