Internet-Technologie statt lokaler Anwendungen

E-Plus bindet seine Händler via Web an

29.03.2002
HANNOVER/MÜNCHEN (js) - Der Mobilfunkanbieter E-Plus hat die Integrationsplattform "Websales" eingeführt, um seine Händler besser an die eigenen Systeme anzubinden und so die Prozesskosten zu senken. Sie soll in Kürze starten.

Rasch gewachsene IT-Landschaften, aufwändige Prozesse bei der Händlerbetreuung und komplizierte Softwareverteilung - solche Probleme bewogen den Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus GmbH & Co. KG dazu, eine Integrationsplattform für seine E-Commerce-Anwendungen einzuführen. Unter dem Namen "Web Sales" startete er im April 2001 ein Projekt, das die Händler besser an das Unternehmen anbinden und so Prozesskosten senken soll. Aus Sicht von Joachim Depper, Director Process Development bei E-Plus, war zur Verbesserung des Multichannel-Vertriebs auch eine teilweise Erneuerung der bestehenden Anwendungen unumgänglich.

Dieselbe Softwareversion für allekann. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Beispiel ändern sich sehr schnell, etwa durch neue Rechtsprechung. Man muss heute schnell in der Lage sein, dafür zu sorgen, dass jeder Händler die richtige AGB-Version verwendet", konkretisiert Depper das Problem.

Daten in Echtzeit verfügbarDas zweite Teilprojekt mit der Bezeichnung "Web Aktiv" betrifft das bislang eingesetzte System zur Aktivierung der Telefonkarten. Hier nutzt der Provider zurzeit noch eine selbst entwickelte Lösung. Diese soll durch ein Web-basierendes System ersetzt werden.

Zur Umsetzung des Projekts entschied sich der Mobilfunkanbieter für die Integrationsplattform des Hannoveraner Anbieters Impress Software AG. Dieser wurde auch mit der Entwicklung eines neuen Frontends in Form einer Java-Applikation beauftragt.

Zu integrieren waren neben einem SAP-R/3-System unter anderem eine Workflow-Lösung zur Antragsprüfung, verschiedene Legacy-Systeme, etwa eine Plausibilitätsprüfung sowie mehrere Datenbanken. Eine Anforderung an das Projekt war dabei, dass die Daten der unterschiedlichen Systeme nicht im Batch-Betrieb asynchron übertragen werden, sondern in Echtzeit verfügbar sind.

Mit dem Projektverlauf zeigt sich Depper zufrieden. Durch Einsparungen und Qualitätsverbesserungen, die das Unternehmen in der Bestellabwicklung erwartet, rechnet er mit einem Return on Investment binnen 14 Monaten.

Die flächendeckende Einführung von Websales soll nun sukzessive innerhalb von drei Monaten erfolgen. Eigentlich hätte das System auch früher ausgerollt werden können, erläutert Depper, doch wollte E-Plus nicht zeitgleich mit der Einführung der neuen I-Mode-Dienste (siehe CW 12/02, Seite 10) den Händlern auch die Gewöhnung an eine neue Software abverlangen.