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E-Government nimmt Formen an und kostet Geld

30.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit ihrem E-Government-Projekt "BundOnline 2005" will die Bundesregierung 400 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Dem stehen allerdings Aufbaukosten in Höhe von 1,65 Milliarden Euro sowie laufende Betriebskosten im Wert von 303 Millionen Euro pro Jahr gegenüber. Es ist also noch nicht ausgemacht, ob das Projekt dem Steuerzahler auch wirklich Geld spart.

Auf jeden Fall soll aber der Service für Bürger und Wirtschaft verbessert werden. Der Bundesinnenminister Otto Schily verspricht eine "komplett modernisierte Bundesverwaltung" bis zum Jahr 2005. Alle Internet-fähigen Dienstleistungen sollen dann verfügbar sein. Als solche hat das Innenministerium 376 von 383 amtlichen Vorgängen identifiziert.

Für den reibungslosen Ablauf im virtuellen Amt will die Bundesregierung ein zentrales Content-Management-System, einen Formularserver, ein Online-Bezahlsystem sowie Instrumente für Datensicherheit bereitstellen. Das Zusammenspiel dieser Komponenten sichert das Regelwerk "SAGA" - die Abkürzung steht für "Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen". Saga soll sicherstellen, dass sich alle Behörden verbindlich an die Standards halten.

Um einen sicheren Einsatz der neuen Technik für möglichst viele Anwender zu forcieren, will die Bundesregierung bis Ende dieses Jahres 100.000 Sicherheitszertifikate an Wirtschaftspartner ausgeben. Das Innenministerium hofft, dass bald Privatpersonen als User hinzukommen: Eine digitale Signatur braucht man nur für zirka 100 der rund 350 geplanten Dienste - so wird das Thema Sicherheit nicht zum Stolperstein. Außerdem haben die Bürger frühere Pilotprojekte wie die elektronische Steuererklärung "Elster" oder den Online-Bafög-Antrag dankbar angenommen. Möglicherweise realisiert die Regierung sogar das Sparziel: Mit dem elektronischen Bafög-Vorgang ließen sich Einsparungen von 4,5 Millionen Euro pro Jahr erzielen. (bw)