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E-Government: Deutschland in den Top Ten - hinter Togo

08.10.2004

Eine aktuelle Studie der Brown University in Providence, Rhode Island, ergab, dass die weltweit 198 untersuchten Regierungen stetige Fortschritte dabei erzielen, Services und Informationen auch online verfügbar zu machen. Knappe Budgets, ein Übermaß an Bürokratie sowie institutionelle Zwänge hätten jedoch dazu geführt, dass sich der Fortschritt insbesondere bei "entwickelten" Ländern mittlerweile wieder verlangsamt, so das Urteil von Darrel West, Professor für Politikwissenschaften beim Taubman Center der Brown University. So fallen etwa die USA und Kanada gegenüber dem Vorjahr um je eine Position zurück und belegten nun den dritten beziehungsweise vierten Rang. Aufrücken konnte dagegen Taiwan, das nun auf dem ersten Platz vor dem Vorjahressieger Singapur landete.

Die Bundesrepublik verbesserte sich von 20. auf den neuen Rang - lag damit aber hinter Ländern wie Togo (Platz acht) oder Monaco (Platz fünf). Um ein Haar wäre die Bundesrepublik sogar vom Irak überholt worden, dass im Vorjahr noch Position 185 innegehabt hatte.

In der Detailwertung erreichte Deutschland bei der Benotung der online angebotenen Dienste 80 von 100 möglichen Punkten, in punkto Einhaltung von Privacy- und Sicherheitsrichtlinien wurden dagegen nur 50 beziehungsweise 23 Prozent erzielt. Wegen der mangelhaften Berücksichtigung der W3C-Empfehlungen erhielt Deutschland bei der Bewertung der behindertengerechte Nutzung der Websites sogar nur 13 Prozent. Ein Blick in die Gesamtauswertung zeigt allerdings, dass auf diesem Gebiet sowie in Sachen Datenschutz für viele Länder Nachholbedarf besteht. (mb)