E-Commerce auf der CeBIT: Der Shop ist top

Senior Communication Managerin bei der Content Marketing Agentur Evernine
Der Kaufrausch im Internet nimmt weiter zu. Denn E-Shopping vom Sofa aus macht dank neuer "Ladeneinrichtungen" oft mehr Spaß als das Gedränge am Samstagnachmittag im Einkaufszentrum.

Die Rekordsumme von knapp elf Milliarden Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr im Internet für Waren aus. Und der Kaufrausch nimmt noch zu. Der Online-Handel mit Waren erreichte 2007 einen Anteil von 39,5 Prozent am Gesamtumsatz des Versandhandels – der belief sich 2007 auf 27,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen ermittelte das Forschungsinstitut TNS-Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh).

Der Vorsitzende des Ausschusses E-Commerce im bvh und Geschäftsführer des Hamburger Versenders Globetrotter Ausrüstung, Thomas Lipke, erklärt: "Das Internet ist weiterhin der Wachstumsmotor der Versandhandelsbranche." Er führte die positive Entwicklung auf die steigende Attraktivität des Internet-Einkaufs zurück: "Neue dreidimensionale Produktansichten ermöglichen ganz andere Einblicke in das, was das Besondere der einzelnen Artikel ausmacht. Durch IPTV – also Fernsehen im Internet – kann außerdem eine ganz neue Erlebniswelt mit eigenen Geschichten rund um die Produkte aufgebaut werden."

Foto: Bitkom

Was landete im elektronischen Einkaufwagen? Neben Waren kauften die Deutschen für rund 5,9 Milliarden Euro digitale Dienstleistungen wie Downloads oder Online-Tickets im Internet ein. Addiert man diese Dienstleistungsumsätze mit den Online-Warenumsätzen des Versandhandels (10,9 Milliarden Euro), ergibt sich daraus eine Gesamtsumme aller deutschen Online-Shopping-Umsätze von rund 16,8 Milliarden Euro.

Spitzenreiter beim Online-Handel sind Versender, die ihre Waren per Katalog und Internet anbieten. Sie legen im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf rund 4,2 Milliarden. Euro Online-Umsatz zu (Vorjahr: 3,9 Milliarden). An zweiter und dritter Stelle folgen Ebay-Powerseller mit rund 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,99 Milliarden) und die reinen Internet-Anbieter, die auf 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,5 Milliarden) Online-Umsatz kommen. "Beim Warenkauf ist das Internet unangefochten der am häufigsten genutzte Bestellweg", so Lipke. Fast die Hälfte oder 48 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent) der Versandhandelsaufträge werden inzwischen online aufgegeben.

Softwarewechsel ist teuer

Für Shop-Betreiber ist es meist noch nicht zu spät, sich ein Stück vom profitablen E-Commerce-Kuchen zu sichern. "In bestimmten Bereichen sind die Claims aus unserer Sicht schon abgesteckt. In unserer Branche herrscht beispielsweise ein starker Preiswettbewerb zwischen den Anbietern, hier haben Neueinsteiger kaum mehr eine Chance. In anderen Bereichen kann man mit innovativen Ideen jedoch sicher noch Erfolge erzielen", erklärt Martin Wild, Geschäftsführer des deutschen Online-Shops Home of Hardware, in einem Gespräch mit den Autoren des aktuellen E-Commerce-Leitfadens. Der Leitfaden umfasst stolze 224 Seiten und ist kostenlos erhältlich. In die Inhalte flossen neben den Ergebnissen einer Online-Umfrage unter Webshop-Betreibern außerdem das fachliche Know-how seiner fünf Konsortialpartner atriga, Concardis, Luupay, Saferpay und xt:Commerce sowie weiterer Lösungsanbieter, die täglichen Erfahrungen der Anwender sowie die wissenschaftliche Methodenkompetenz des Lehrstuhls und des Forschungsinstituts ibi research an der Regensburger Universität ein.

Der Home-of-Hardware-Chef Wild gründete seinen virtuellen Laden 1997, noch zu seiner Schulzeit. Mittlerweile zählt Home of Hardware zu den führenden deutschen Online-Shops für Informationstechnologie, Telekommunikation und Home-Entertainment. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 65 Mitarbeiter, die im Jahr 2006 über 121 000 Bestellungen im Gesamtwert von mehr als 40 Millionen Euro abwickelten.

Sein Tipp für Einsteiger: Zu Beginn der Geschäftstätigkeit ist es wichtig, aus der Vielzahl verfügbarer Lösungen die passende Shop-Software zu wählen. Sie muss günstig zu beziehen und zu betreiben sein sowie den stetig steigenden Anforderungen durch eine zukünftige Expansion genügen. Denn: "Ein späterer Wechsel der Shop-Software ist in der Regel mit hohem Aufwand verbunden."